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1967

Gründung der Kommune 1

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Fritz Teufel, rechts, war Gründungsmitglied der Kommune 1. Hier ist er im August 1967 mit zwei Kindern und einem weiteren Kommunemitglied zu sehen.
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Die "Pudding-Attentäter" bei einer Pressekonferenz am 7. 4. 1967: (vorne von links nach rechts) Fritz Teufel, Dagmar Seehuber, Ulrich Enzensberger, (dahinter von links nach rechts) Dieter Kunzelmann, Dorothea Ridder und Hans-Joachim Hameister.

Viele junge Menschen, vor allem in den großen Städten und in Studentenkreisen, suchten nach neuen Modellen des Zusammenlebens. Die Familie erschien ihnen spießig und bürgerlich. So kam es schließlich in Berlin zur Gründung der "Kommune 1", wie man sich nannte. Sie wurde zum Vorläufer heutiger WGs (Wohngemeinschaften).

Die Mitglieder

Neun Männer und Frauen sowie ein Kind zogen in zwei leer stehenden Wohnungen der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger und Uwe Johnson ein. Zu ihnen gehörten Dieter Kunzelmann, Fritz Teufel und Ulrich Enzensberger (der Bruder von Hans Magnus). Im März 1967 kam Rainer Langhans hinzu. Die Mitglieder der Kommune 1 liebten es zu provozieren. Die Männer trugen lange Haare und Perlenketten. Für Interviews und Fotos ließen sie sich bald bezahlen. Sie veranstalteten zahlreiche politische Aktionen, die häufig närrische Züge hatten.

Das Pudding-Attentat

Für großes Aufsehen sorgte das "Pudding-Attentat" auf den US-Vizepräsidenten Humphrey. Dieser besuchte im April 1967 Berlin. Die Kommunarden hatten geplant, ein Gemisch aus Pudding, Joghurt und Mehl auf Humphrey zu werfen. Allerdings wurden die "Attentäter" einen Tag vor der geplanten Tat festgenommen. Ein V-Mann vom Verfassungsschutz hatte sie offenbar aufgedeckt. Für die Presse war der Plan ein gefundenes Fressen.

Provokationen

Fast jede Woche kam es zu weiteren provokanten Auftritten. So warfen die Kommunarden Mao-Bibeln von der Berliner Gedächtniskirche. Unter dem Motto "Das Private ist politisch!" wurde ein Foto der Kommunarden aufgenommen, das sie nackt von hinten vor einer Wand zeigt. In einem Flugblatt riefen sie zu Brandstiftung an Kaufhäusern auf. Dieses und andere Flugblätter unterzeichneten sie im Namen des SDS (Sozialistischer Deutscher Studentenbund). Daraufhin wurden sie im Mai 1967 vom SDS ausgeschlossen. Rainer Langhans und Fritz Teufel wurden wegen Anstiftung zur Brandstiftung angeklagt, aber freigesprochen. Teufel wurde außerdem ein Prozess wegen Landfriedensbruchs gemacht.

Spaß oder Politik?

Bald ging es mehr um Spaß als um Politik. Ende 1968 zog man in eine leere Fabriketage ein. Rainer Langhans, der Schwarm vieler Mädchen, verliebte sich in das Model Uschi Obermaier, die bald darauf ebenfalls in die Kommune einzog. Fritz Teufel, ebenfalls stets umlagert von Verehrerinnen, war schon aus der Kommune verwiesen worden. Später folgte ihm Kunzelmann und 1969 löste sich die Kommune schließlich auf, nachdem Rocker die Räume verwüstet hatten.


 
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