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4.1.1984

Kießling-Affäre

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General Günter Kießling (l.) und Bundesverteidigungsminister Manfred Wörner geben sich nach dem Abschiedsempfang die Hand.

Im Jahre 1983 kamen Gerüchte auf, der Vier-Sterne-General und NATO-Oberbefehlshaber Günter Kießling sei homosexuell. Im September 1983 wurde Kießling mit den Vorwürfen konfrontiert. Er bestritt, homosexuell zu sein. Dennoch wurde er zum 31. Dezember 1983 entlassen - ohne militärische Ehren und ein Jahr früher als Kießling zugesagt. Der Verteidigungsminister Manfred Wörner (CDU) befand, dass Kießling ein Sicherheitsrisiko darstellte, weil er durch seine (angebliche) Homosexualität erpressbar sei.

Am 4. Januar 1984 wurde die Entlassung und ihr Grund öffentlich bekannt, nachdem Kießling sich an einen Journalisten gewandt hatte. Der Zusammenhang zwischen Homosexualität und Sicherheitsrisiko wurde sowohl im Bundestag als auch in der Öffentlichkeit von vielen als fragwürdig empfunden.

Bundeskanzler Kohl schaltete sich ein. Kießling wurde zum 1. Februar 1984 wieder in den aktiven Dienst und bald darauf am 26. März 1984 ehrenhaft mit dem Großen Zapfenstreich und somit allen militärischen Ehren in den Ruhestand versetzt.

Während heute auch Politiker offen mit ihrer Homosexualität umgehen und diese kein Entlassungsgrund mehr ist, war die Situation im Jahre 1984 noch eine ganz andere - obwohl auch damals Homosexualität schon nicht mehr strafbar war. Damals genügte aber offenbar schon die unbewiesene Unterstellung, schwul zu sein, um aus dem Staatsdienst entlassen zu werden.


 
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