Moskauer Vertrag

12.08.1970

Abkommen zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion

Die deutsch-deutschen Beziehungen lagen auf Eis. Die DDR strebte die völkerrechtliche Anerkennung durch die Bundesrepublik und die anderen westlichen Staaten an.

Das Gipfeltreffen in Erfurt zwischen Willy Brandt und Willi Stoph im März war ein erster Schritt einer Annäherung.

Auch mit weiteren Staaten des Ostblocks sollten nun Verhandlungen geführt werden, um das Eis zu brechen und zu einer Verständigung zu kommen. Der erste Verhandlungspartner war der "große Bruder" der DDR, die Sowjetunion. Am Ende schloss man den Moskauer Vertrag.
 

Verhandlungsführer: Egon Bahr

Egon Bahr (SPD) war ein wichtiger Berater von Kanzler Willy Brandt. Bahr betätigte sich als Unterhändler. Das heißt, er wurde von der bundesdeutschen Regierung nach Moskau und Ost-Berlin geschickt, um die Verhandlungen zu führen.

Im Mai 1970 führte Bahr wichtige Gespräche über ein gegenseitiges Abkommen zum Verzicht auf Gewalt. So war Bahr schließlich maßgeblich an den Ostverträgen und der politischen Entspannung beteiligt.
 

Moskauer Vertrag

Vom 26. Juli bis zum 11. August führte außerdem der Außenminister Walter Scheel weitere Gespräche. Am 11. August reiste Bundeskanzler Willy Brandt an.

Am 12. August 1970 wurde schließlich der Moskauer Vertrag geschlossen.

Darin verpflichteten sich die Bundesrepublik und die Sowjetunion dazu, den Frieden aufrecht zu erhalten und Konflikte friedlich zu lösen.

Die in Europa bestehenden Grenzen sollten anerkannt werden. Dass die Bundesrepublik nämlich die Oder-Neiße-Linie als Westgrenze von Polen sowie die Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten anerkannte und für unverletzlich erklärte, war für die DDR eine wesentliche Voraussetzung, um weitere Gespräche zu führen.

Im Dezember 1970 folgte als weiterer Ostvertrag der Warschauer Vertrag.