Soziale Bewegungen

Neue Soziale Bewegungen

Mit dem Ende der Studentenbewegung Ende der 1960er Jahre entstanden zunehmend neue Bewegungen, die sich für bestimmte Ziele einsetzten. Man nennt diese auch Neue Soziale Bewegungen.

Verschiedene Gruppierungen traten für einen gesellschaftlichen Wandel ein. Anfang der 1970er und in den 1980er Jahren waren das vor allem die Frauenbewegung, die Anti-Atomkraft-Bewegung, die Umweltbewegung und die Friedensbewegung.
 

Frauenbewegung

Die Studenten und Studentinnen der 68er-Bewegung hatten als erste begonnen, das traditionelle Rollenverständnis in Frage zu stellen. Mitte der 70er Jahre gab es immer mehr Mädchen und junge Frauen, die zunehmend Rechte für sich forderten.

Viele Frauen traten auch dafür ein, den Paragraphen 218, der Abtreibung unter Strafe stellte, abzuschaffen. Sie wollten bei einer ungewollten Schwangerschaft selbst darüber entscheiden. Seit 1976 gilt die Indikationslösung, nach der der Abbruch einer Schwangerschaft unter bestimmten Umständen straffrei bleibt.

1977 gab es neue Gesetze im Familienrecht: Erst jetzt galt nicht mehr automatisch, dass der Mann für den Unterhalt zuständig war und die Frau als Hausfrau für die Versorgung der Familie. Sie musste nun nicht mehr ihren Ehemann um Erlaubnis fragen, wenn sie berufstätig sein wollte.

Mutterschutz - die Schwangere darf einige Wochen vor und nach dem Geburtstermin nicht mehr arbeiten - und bezahlten Mutterschaftsurlaub gibt es auch erst seit 1979.
 

Anti-Atomkraft-Bewegung

Mit der Planung und dem Bau der ersten Atomkraftwerke formierte sich auch ihr Widerstand dagegen. Anfangs blieb der Protest auf die Anwohner begrenzt.

In Wyhl (Baden-Württemberg) zeigten 1975 schon 28.000 ihren Widerstand gegen das dort geplante Kraftwerk.

1976 kamen Demonstranten aus dem ganzen Bundesgebiet, um in Brokdorf (Schleswig-Holstein) zu zeigen, dass sie gegen Atomkraft waren. Die Polizei griff hart durch und so verschärften sich die Auseinandersetzungen noch mehr.

Ähnlich war es in Grohnde (Niedersachsen) 1977. Harte Auseinandersetzungen wurden ab 1979 auch in Gorleben (Niedersachsen) geführt, wo ein Atommülllager geplant wurde.

Große Demonstrationen gab es im Bonner Hofgarten, insbesondere  1979, 1981 und 1983.
 

Friedensbewegung

Die Aufrüstung in Ost und West führte zu einer Erneuerung der Friedensbewegung, die es schon Ende der 1950er Jahre in kleinerem Maß gegeben hatte. Auch die Ostermarschbewegung wurde wieder belebt.

Ab 1976 formierte sich Widerstand gegen die Entwicklung der Neutronenbombe.

1979 weitete sich der Protest aus, als der NATO-Doppelbeschluss gefasst wurde, wonach nun die neuen amerikanischen Mittelstreckenraketen Pershing II in Westeuropa stationiert werden sollten. Die Friedensbewegung wurde zu einer Bewegung der Massen.