Die Rote Armee Fraktion - RAF

Die Rote Armee Fraktion

Rote Armee Fraktion, abgekürzt RAF, nannte sich eine Gruppe von linksextremistischen Terroristen, die seit 1970 die Bundesrepublik in Angst und Schrecken versetzte. Zu ihrem Logo und Symbol machte die RAF einen roten Stern, auf dem sich eien Maschinenpistole befindet. Auf der wiederum steht die Abkürzung RAF.  Wer war die Rote Armee Fraktion und was wollte sie?
 

Ziele der RAF

Die Mitglieder der RAF protestierten gegen den Kapitalismus, gegen den Vietnamkrieg und gegen die USA, deren Politik als imperialistisch abgelehnt wurde. Ihr Ziel war ein politischer Umsturz in der Bundesrepublik Deutschland. Vertreter des Staates (wie Polizisten und Polizistinnen) und "Kapitalisten" wie zum Beispiel hohe Vertreter von Banken sahen sie als ihre Feinde an. Ihren Tod nahmen sie für ihre Ziele in Kauf. Während die Studentenbewegung noch mit friedlichen Mitteln nach Lösungen gesucht hatte, befanden die Mitglieder der RAF, dass nur Gewalt zum Ziel führen würde.

Das Logo der RAF steht symbolisch für diese Ziele. Der rote Stern deutet auf den Kommunismus, den sie anstrebten. Die Maschinenpistole steht für die Gewalt, die sie als Mittel zum Zweck sahen. Die RAF sah sich außerdem als antiimperialistisch. Die Schriften, in denen die Rote Armee Fraktion ihre Ziele und ihre Ideologie darlegten, stammten vor allem von Ulrike Meinhof und Horst Mahler. Zu den ersten Schriften gehörten 1970 und 1971 "Die Rote Armee aufbauen! "und "Das Konzept Stadtguerilla".

Die Ziele der RAF änderten sich allerdings mit der Zeit. Die zweite Generation wollte vor allem ihre inhaftierten Mitglieder freipressen und nannte das den Big Raushole. Die dritte Generation formulierte ihre Ziele in dem sogenannten Mai-Papier, das sie 1982 veröffentlichten. Sie zielte vor allem auf eine internationale Ausweitung ab und wollte mit anderen linksextremistischen Gruppen zusammenarbeiten, zum Beispiel der Action Directe aus Frankreich oder den Brigate Rosse in Italien.
 

Der Gang in den Untergrund - Geburtsstunde der RAF

Der Aufbau einer militanten Gruppe war schon geplant, als Andreas Baader verhaftet wurde. Er gehörte zu den Brandstiftern, die aus Protest gegen den Krieg in Vietnam Kaufhäuser in Brand gesteckt hatten.

Mit Baaders gewaltsamer Befreiung aus der Haft im Mai 1970 begann die eigentliche Geschichte der RAF. Eine formelle Gründung gab es nicht, aber die ersten Mitglieder gingen in den Untergrund und führten von hier aus ihren Kampf gegen den Staat.
 

Jahre des Kampfes der RAF

Viele Jahre hielt die Gruppe diesen Kampf gegen die Bundesrepublik aufrecht. Höhepunkt des Terrorismus war das Jahr 1977, als die "erste Generation" der RAF schon gefasst war und ihre Gesinnungsgenossen der "zweiten Generation" versuchte, sie mit Gewalttaten freizupressen.

Siegfried Buback und Jürgen Ponto wurden ermordet, Hanns Martin Schleyer wurde nach mehreren Wochen Geiselhaft ebenfalls brutal hingerichtet.
 

Die tödliche Bilanz der RAF

Insgesamt gehen 34 Morde, mehrere Entführungen, Banküberfälle und Sprengstoffanschläge auf das Konto der Terroristen. Es gab viele Verletzte. Es wurde auch erheblicher Sachschaden angerichtet.

Von der Gruppe selbst kamen 27 Personen ums Leben: durch Selbstmord, bei Polizeieinsätzen oder durch Hungerstreik. 1998 erklärte die Gruppe, dass sie sich aufgelöst habe.
 

Wer waren die Mitglieder der Rote Armee Fraktion?

Die bekanntesten Mitglieder der Rote Armee Fraktion, die die Gruppe gründeten, waren Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Horst Mahler und Ulrike Meinhof. Dazu kamen noch einige Gründungsmitglieder wie Astrid Proll, Horst Mahler, Brigitte Asdonk, Irene Goergens, Ingrid Schubert oder Monika Berberich.

Die bekanntesten Mitglieder der zweiten Generation waren Siegfried Haag, Brigitte Mohnhaupt, Christian Klar, Susanne Albrecht und Peter-Jürgen Boock. Dazu kamen u.a. Sieglinde Hofmann, Rolf Clemens Wagner, Günter Sonnenberg, Hanna Krabbe, Friederike Krabbe, Karl-Heinz Dellwo, Lutz Taufer, Bernhard Rössner, Ulrich Wessel und Siegfried Hausner.

Von der dritten Generation sind nur wenige Namen bekannt. Zu ihnen gehörten Wolfgang Grams, Birgit Hogefeld sowie Daniela Klette, Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg. Die drei letzten RAF-Terroristen waren lange Jahre untergetaucht. Klette wurde im Februar 2024 verhaftet, nach den anderen beiden wird weiter gefahndet.

Insgesamt gab es in den drei Generationen der RAF rund 60 bis 80 aktive Mitglieder im harten Kern der terroristischen Gruppe. Dazu kamen weniger aktive Mitglieder und Unterstützer.
 

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