Bürgerkrieg in Sri Lanka - Tamilen kämpfen um Unabhängigkeit

Singhalesen und Tamilen in Sri Lanka

Sri Lanka ist eine Insel vor der Südostküste Indiens. Das Land hieß vormals Ceylon und wurde 1948 unabhängig von Großbritannien.1972 wurde Ceylon zur Republik und umbenannt in Sri Lanka.

Auf Sri Lanka leben vor allem zwei Volksgruppen. Die Mehrheit stellen die Singhalesen, eine Minderheit von etwa 25 Prozent die Tamilen. Die Tamilen leben vor allem im Norden der Insel. Das Volk der Tamilien lebt aber nicht nur auf Sri Lanka, sondern auch in Indien, und zwar vor allem im Süden im Bundestaat Tamil Nadu.

Schon seit der Kolonialzeit standen sich die beiden Gruppen unversöhnlich gegenüber. Die Singhalesen sind überwiegend Buddhisten, die Tamilen Hindus, sodass auch ein religiöser Konflikt hinzukam.
 

Nachteile für die Tamilen auf Sri Lanka

Nach der Unabhängigkeit von Sri Lanka entstand eine Partei, die immer mehr Macht errang: die Sri Lanka Freedom Party (SLFP). Sie war eine Partei der Singhalesen. So machte sie Sinhala, die Sprache der Singhalesen, schon 1956 zur einzigen Amtssprache der Insel. Tamilen wurden auch im Bildungssystem benachteiligt. Immer wieder kam es zu Ausschreitungen und Massakern an Tamilen.

Immer mehr Tamilen forderten nun einen eigenen Staat.
 

Premierminister Jayawardene und die Tamilischen Tiger

1977 gewann Junius Richard Jayawardene die Wahl. Seiner Partei, der United National Party UNP, gehörten Singhalesen, Tamilen und auch Muslime an. Doch nach der Wahl Jayawardenes zum Premierminister schloss er die Tamilen aus. Die tamilischen Abgeordneten durften ihre Plätze im Parlament nicht einnehmen. Jayawardene erklärte sie zu Verfassungsfeinden.

Das hatte zur Folge, dass sich immer mehr Tamilen den Separatisten anschlossen, und zwar der LTTE, der Liberation Tigers of Tamil Eelam, kurz Tamil Tiger und auf Deutsch: Tamilische Tiger.
 

Bürgerkrieg in Sri Lanka

Durch diese tamilenfeindliche Politik kam es schließlich 1983 zum Bürgerkrieg. Die Tamilischen Tiger verübten viele Anschläge, darunter eine Reihe von Selbstmordkommandos.

Es gab auf beiden Seiten tausende von Opfern, auch in der Zivilbevölkerung. Viele Tamilen flohen oder wurden ermordet. Eine Vermittlung Indiens, das Friedenstruppen ins Land schickte, gelang nicht.

Erst 2009 wurde der Bürgerkrieg offiziell für beendet erklärt. Die Truppen von Sri Lanka besiegten die Tamilischen Tiger.