Medizinische Versorgung


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Poliklinik in Berlin 1986
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Operationssaal in der Poliklinik des VEB Leipziger Eisen- und Stahlwerke
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Landambulatorium in Freyburg
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Ein Arzt in der Berliner Carité begutachtet Röntgenbilder (1974)

Krankenversicherung

In der DDR gab es nur ein Versicherungsunternehmen: die Staatliche Versicherung. Über diese war jeder DDR-Bürger auch krankenversichert. Der Beitrag für die Kranken- und Rentenversicherung betrug 20 Prozent des Bruttoeinkommens, wovon der Betrieb die Hälfte übernahm, die andere Hälfte zahlte der Arbeiter. Vom Arzt verschriebene Medikamente waren genauso kostenlos wie die Behandlung.

Polikliniken

Die ambulante medizinische Versorgung übernahmen neben Arztpraxen vor allem Ambulatorien und Polikliniken. Ein Ambulatorium bestand aus bis zu vier Facharztpraxen, eine Poliklinik war mit mindestens fünf Abteilungen, einem Zahnarzt und einer Apotheke größer. Unter einem Dach praktizierten hier Allgemeinmediziner, Frauen- und Augenärzte, Zahnärzte, Hautärzte und Orthopäden. Die Ärzte waren staatliche Angestellte. Große Betriebe besaßen eigene Polikliniken.

Die Zahl der privaten Arztpraxen nahm mit der Zeit immer mehr ab zugunsten der Polikliniken, denn neue Genehmigungen zur Niederlassung wurden nicht erteilt. Wie die gesamte Verwaltung der DDR wurde so auch das Gesundheitswesen immer mehr zentralisiert.

Vorteile einer Poliklinik sind, dass Patienten keine weiten Wege von einem Facharzt zum anderen haben, dass die Ärzte teure Geräte gemeinsam anschaffen und nutzen können. Doppelte Untersuchungen werden vermieden und alle Ärzte haben Zugriff auf die Patientenakte. Doch die Nachteile wogen schwer in der DDR: Als Angestellte absolvierten die Ärzte oft nur ein Pflichtprogramm. Weil die Ärzte ständig wechselten, konnte kein persönliches Arzt-Patient-Verhältnis entstehen. Die Wartezeiten waren lang, die Geräte oft veraltet.

Krankenhäuser

Für die stationäre Behandlung gab es Krankenhäuser. Viele waren um 1900 erbaut worden und genügten modernen Anforderungen nicht. Das bekannte Krankenhaus "Charité" lag nach der Teilung der Stadt in Ost-Berlin, direkt an der Mauer. Es wurde das führende Krankenhaus der DDR, angegliedert an die Humboldt-Universität. Das größte Krankenhaus war jedoch die Klinik Berlin-Buch mit mehr als 3000 Betten. Hier befand sich auch das "Regierungskrankenhaus der DDR". Hinein kam man jedoch nur mit Sonderausweis (siehe dazu auch Mängel im Gesundheitswesen).

SMH und DRK

Für alle medizinischen Notfälle war seit 1976 die Schnelle Medizinische Hilfe (SMH) zuständig. Die Notfallnummer war die 115. Über eine Leitstelle wurde der Notarzt geschickt bzw. der Krankentransport eingeleitet. Organisiert wurde die SMH vom Deutschen Roten Kreuz. Das war 1952 in der DDR neu gegründet worden. Neben der SMH war es zuständig für Katastrophenschutz, Gesundheitserziehung, Pflege und Blutspenden.


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