Was ist Gleichschaltung?
Gleichschaltung im Nationalsozialismus einfach erklärt

Was bedeutet Gleichschaltung genau?
Gleichschaltung bedeutet im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus: Die Nationalsozialisten brachten Staat, Parteien, Vereine, Medien, Kultur und viele andere Bereiche des Lebens unter ihre Kontrolle. Alles sollte nach den Zielen der NSDAP funktionieren. Andere Meinungen, demokratische Entscheidungen und unabhängige Organisationen wurden immer mehr beseitigt.
Woher kommt der Begriff Gleichschaltung?
Der Begriff klingt zunächst technisch. Tatsächlich stammt „Gleichschaltung“ ursprünglich aus der Elektrotechnik. Die Nationalsozialisten übertrugen das Wort dann auf die Politik und Gesellschaft. Gemeint war aber kein harmloses „Gleichmachen“, sondern die Durchsetzung der nationalsozialistischen Diktatur.
Was passierte bei der Gleichschaltung?
Kurz nach der Machtübernahme 1933 begannen die Nationalsozialisten, wichtige Einrichtungen und Organisationen zu verändern oder zu beseitigen. Parteien, Verbände, Vereine, Interessengruppen, Zeitungen und kulturelle Einrichtungen sollten nicht mehr unabhängig arbeiten. Sie mussten sich der nationalsozialistischen Ideologie unterordnen.
Organisationen, die sich widersetzten, wurden verboten, aufgelöst oder durch Einrichtungen ersetzt, die der NSDAP folgten. Oft wurden auch leitende Personen entlassen und durch Nationalsozialisten ersetzt.
Gleichschaltung der Länder
Ein wichtiger erster Schritt war die Gleichschaltung der Länder. Im März und April 1933 sorgten die Nationalsozialisten dafür, dass die Länderregierungen immer stärker unter die Kontrolle des Reiches und der NSDAP gerieten.
Am 31. März 1933 wurde das „Vorläufige Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich“ erlassen. Am 7. April 1933 folgte ein zweites Gesetz. Dadurch wurden sogenannte Reichsstatthalter eingesetzt. Sie konnten großen Einfluss auf die Landesregierungen nehmen. So verloren die Länder nach und nach ihre politische Selbstständigkeit.
Auch Beamte, die den Nationalsozialisten nicht passten, konnten aus ihren Ämtern entfernt werden. Dazu nutzten die Nationalsozialisten unter anderem das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“. Dieses Gesetz traf politische Gegner, aber auch jüdische Beamtinnen und Beamte.
Gleichschaltung betraf fast alle Lebensbereiche: Presse, Kultur, Wirtschaft und Vereinen
Die Gleichschaltung betraf nicht nur die Politik. Die Nationalsozialisten wollten möglichst alle öffentlichen Bereiche kontrollieren: Presse, Kultur, Wirtschaft, Gewerkschaften, Vereine, Schulen und Jugendorganisationen.
In der Reichskulturkammer wurden zum Beispiel viele Bereiche der Kultur überwacht. Wer schreiben, filmen, Theater spielen oder Musik machen wollte, musste sich den Vorgaben des NS-Staates anpassen. Auch die Presse wurde gleichgeschaltet. Zeitungen sollten nicht mehr frei berichten, sondern die Sicht der Nationalsozialisten verbreiten.
Auch Organisationen, die auf den ersten Blick unpolitisch wirkten, wurden erfasst. So gerieten zum Beispiel Auto- und Verkehrsvereine unter nationalsozialistische Kontrolle. Viele Autofahrer wurden in NS-Strukturen wie das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps, kurz NSKK, eingebunden.
Warum war Gleichschaltung so wichtig für die NS-Diktatur?
Durch die Gleichschaltung konnten die Nationalsozialisten ihre Macht sichern. Sie beseitigten demokratische Kontrolle und schränkten die Freiheit der Menschen stark ein. Wer anderer Meinung war, konnte verfolgt, ausgeschlossen oder zum Schweigen gebracht werden.
Gleichschaltung bedeutete also: Die Vielfalt der Demokratie wurde zerstört. An ihre Stelle trat die Kontrolle durch die NSDAP.
In den weiteren Artikeln dieser Rubrik erfährst du, wie die Gleichschaltung in einzelnen Bereichen funktionierte: in den Ländern, in der Presse, in der Wirtschaft, in der Kultur, bei Vereinen und in vielen anderen Teilen des Alltags.

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