Rassismus und Judenhass
Die Rassenlehre ist die Grundlage für den Rassismus im Nationalsozialismus

Was war das Besondere am Rassismus im Nationalsozialismus?
Der Rassismus der Nationalsozialisten beruhte auf der sogenannten „Rassenlehre“. Die Nationalsozialisten behaupteten, Menschen ließen sich in verschiedene „Rassen“ einteilen. Dabei achteten sie zum Beispiel auf Hautfarbe, Haarfarbe, Augenfarbe, Herkunft oder angebliche körperliche Merkmale.
Diese Einteilung war wissenschaftlich falsch. Trotzdem nutzten die Nationalsozialisten sie, um Menschen zu bewerten. Einige Menschen galten ihnen als angeblich „wertvoll“, andere als angeblich „minderwertig“. Aus dieser menschenverachtenden Vorstellung entstand eine Politik der Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung.
Unter der NS-Herrschaft wurde Rassismus zu einer staatlichen Leitidee. Die Nationalsozialisten behaupteten, die sogenannte „Volksgemeinschaft“ müsse vor angeblichen Feinden geschützt werden. Damit rechtfertigten sie Gewalt gegen Menschen, die nicht in ihr Weltbild passten.
Rassismus und Antisemitismus
Ein zentraler Teil des nationalsozialistischen Rassismus war der Antisemitismus, also Judenhass. Jüdinnen und Juden wurden von den Nationalsozialisten nicht einfach wegen ihrer Religion verfolgt. Die Nationalsozialisten behaupteten, Jüdinnen und Juden seien eine eigene „Rasse“.
Das war besonders gefährlich. Denn nach dieser Vorstellung spielte es keine Rolle, ob ein Mensch gläubig war oder nicht. Auch Menschen, deren Familien schon lange in Deutschland lebten und die sich selbst als Deutsche verstanden, wurden von den Nationalsozialisten als „jüdisch“ eingeordnet und verfolgt.
Damit unterschied sich der rassistische Antisemitismus der Nationalsozialisten vom älteren religiösen Judenhass. Im Mittelalter wurden Jüdinnen und Juden häufig wegen ihrer Religion ausgegrenzt und verfolgt. Im Nationalsozialismus ging es aber nicht um Glauben, sondern um angebliche Abstammung.
Quelle: © history-vision.de
Vom Vorurteil zum Massenmord
Antisemitismus und Rassismus gab es schon vor dem Nationalsozialismus. Neu war aber, wie radikal und systematisch der NS-Staat diese Ideologie in Politik umsetzte.
Die Nationalsozialisten nutzten Gesetze, Behörden, Polizei, Propaganda, Schulen und Wissenschaft, um Menschen auszugrenzen und zu verfolgen. Im Zweiten Weltkrieg führte diese Politik zum Holocaust, also zur systematischen Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden. Insgesamt wurden sechs Millionen Jüdinnen und Juden ermordet.
Der nationalsozialistische Rassismus war deshalb so gefährlich, weil er Menschen ihre Würde absprach. Wer nicht in das Weltbild der Nationalsozialisten passte, sollte ausgegrenzt, vertrieben oder vernichtet werden.
Die Nürnberger Gesetze
1935 wurden die Nürnberger Gesetze erlassen. Sie bestimmten, wer nach der Ideologie der Nationalsozialisten als „jüdisch“ galt und wer zur sogenannten „Volksgemeinschaft“ gehören sollte. Jüdinnen und Juden verloren dadurch wichtige Rechte. Sie wurden weiter ausgegrenzt und entrechtet.
Solche Gesetze zeigen, wie gefährlich die nationalsozialistische Rassenideologie war: Aus Vorurteilen wurden staatliche Regeln. Aus Hass wurde Politik.
Nicht nur Jüdinnen und Juden wurden verfolgt
Jüdinnen und Juden waren das Hauptfeindbild der Nationalsozialisten. Aber sie waren nicht die einzige verfolgte Gruppe. Auch Sinti und Roma wurden rassistisch verfolgt. Sie wurden entrechtet, in Konzentrationslager verschleppt und ermordet.
Auch Menschen mit Behinderungen oder psychischen Krankheiten wurden von den Nationalsozialisten abgewertet und verfolgt. Viele wurden im Rahmen der sogenannten Krankenmorde ermordet. Außerdem verfolgte das Regime politische Gegner, Homosexuelle, Obdachlose und Menschen, die als sogenannte „Asoziale“ abgestempelt wurden.
Der Begriff „asozial“ war ein abwertender Begriff der Nationalsozialisten. Er wurde benutzt, um Menschen auszugrenzen, die nicht in das gewünschte Bild der „Volksgemeinschaft“ passten.
Blick zurück
Rassismus und Antisemitismus entstanden nicht erst im Nationalsozialismus. Schon vorher gab es Vorurteile, Ausgrenzung und Judenhass. Die Nationalsozialisten griffen diese Ideen auf und machten sie zu einem zentralen Teil ihrer Politik.
Blick voraus
Der Blick auf die NS-Rassenideologie zeigt, wie gefährlich es ist, Menschen in Gruppen einzuteilen und ihnen weniger Wert zu geben. In einer Demokratie gilt: Alle Menschen haben die gleiche Würde. Herkunft, Religion, Hautfarbe, Sprache oder Behinderung dürfen niemals darüber entscheiden, welche Rechte ein Mensch hat.

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