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Welche Vornamen tragen die Kinder zwischen 1933 und 1945?


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Es gibt Vornamen, die heute auch noch aktuell sind.

Welche Vornamen trugen die Kinder zwischen 1933 und 1945?

Auf Namensforschungsreise zu gehen, ist ziemlich spannend. Jede Zeit hat ihre Vornamen, also Namen, die Eltern ihren Kindern besonders gerne geben. Oft orientierten sie sich hierbei an berühmten Vorbildern, an Filmstars oder Sportlern, manchmal sogar an Politikern. So würde sicherlich keiner seinem Kind heute den Namen "Adolf" geben. Aber dein Großvater oder dein Urugroßvater könnte Adolf geheißen haben. Und der Name kann ja auch wirklich nichts dafür, dass einer seiner Träger zu einer der schlimmsten und grausamsten Personen der Weltgeschichte wurde.

Vor einiger Zeit hießen die Kinder vielleicht "Kevin" oder "Marvin" nach ihren Vorbildern in den Filmen, die die Eltern süß fanden.

Wichtig für die Namensgebung zwischen 1933 und 1945 war die späte Zeit des 19. Jahrhunderts und die frühe Zeit des 20. Jahrhunderts. Da 1871 ja das Deutsche Reich gegründet wurde, besann man sich ab diesem Zeitpunkt auch wieder auf typische deutsche Namen und behielt diese Tradition bei.

Was sind typische deutsche Namen?

In den germanischen Namen wollte man das typisch Deutsche erkennen. Die Nationalsozialisten trieben das auf die Spitze. Sie erließen 1938 eine Verfügung, in der sie anordneten, dass nicht-deutsche Vornamen nur mit einem guten Grund erlaubt waren. So stieg während der Zeit des Nationalsozialmus der Anteil an germanischen Vornamen an. So waren in der Zeit zwischen 1930 die beliebtesten Frauennamen Helga, Ursula, Ingrid, Gisela, Christa, Inge, Renate, Karin, Erika und Gerda. Bei den Männern führte Hans vor Günter, Horst, Klaus, Karl, Werner, Peter, Heinz, Gerhard und Jürgen.

Wahrscheinlich heißen die wenigsten deiner Freunde so. Aber vielleicht ja deine Großeltern? In der Zeit von 1940 bis 1943 führten übrigens Peter und Karin die Namenslisten an, bevor sie von Klaus und Renate 1944 bis 1945 abgelöst wurden. Überlege mal, wie deine Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, Tanten und Onkel heißen, dann kannst du vielleicht sogar ihr Geburtsjahr erraten. 

Juden mussten spezielle Namen tragen

1938 wurde ebenfalls angeordnet, dass Juden ihren Kindern nur noch bestimmte Vornamen geben durften. Manche dieser Namen klingen für uns ungewöhnlich, sie waren eben schon sehr alt wie zum Beispiel Abimelech, Chaskel, Jehusiel, Mardochai, Pinkus, Tewele oder bei den Frauen Faugel, Geilchen, Reitzsche, Schlämche, Treibel oder Zorthel.

Das sind alles Namen, die in unserem Ohr eigenartig klingen, obwohl wir ja so einiges an modernen und außergewöhnlich klingenden Namen gewohnt sind, mehr als die Menschen in der 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zumindest. Es waren auch Namen wie David, Adam, Ruth, Anne oder Michael dabei. Das waren auch eindeutige hebräische Vornamen, aber sehr viele Nichtjuden trugen diese hebräischen Namen. Wenn ein jüdisches Kind keinen der Vornamen aus der Liste trug, musste es des Beinamen Sarah - die Mädchen - und Israel - die Jungen - zusätzlich als Vornamen annehmen. Warum? Man wollte die Juden gleich am Namen erkennen. 


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