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14.5.1970

Die Baader-Befreiung - die Geburtsstunde der RAF

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Die Baretta-Pistole und zwei Perücken wurden nach der gewaltsamen Befreiung von Andreas Baader sicher gestellt.

Hintergrund:

Andreas Baader war 1968 an den Kaufhaus-Brandstiftungen in Frankfurt am Main beteiligt gewesen. Nach seiner Verurteilung zu 3 Jahren Haft konnte er jedoch fliehen, weil er noch einmal freigelassen wurde, ehe über eine Wiederaufnahme des Prozesses (Revision) entschieden worden war. Baader ging mit Gudrun Ensslin nach Paris und später nach Italien.

Gewaltbereit
Im Februar 1970 kehrten beide nach Berlin zurück. Dort war, insbesondere nach dem Tod von Benno Ohnesorg, eine gewaltbereite Szene entstanden. Dem Aufbau einer militanten Gruppe wollten sich Ensslin und Baader anschließen. Sie standen plötzlich bei Ulrike Meinhof vor der Tür.

Ulrike Meinhof
Ulrike Meinhof war eine bekannte Journalistin, die für das linke Magazin "konkret" geschrieben hatte. Über Mädchen in Heimen plante sie ein Filmprojekt. Dabei hatte sie Baader und Ensslin kennengelernt, die sich zwischenzeitlich ebenfalls für Jugendliche in Erziehungsheimen eingesetzt hatten. In solchen Heimen herrschten oft schlimme Zustände. Die "Heimzöglinge" wurden vernachlässigt oder sogar misshandelt. Von den Jugendlichen schlossen sich mehrere später der Rote Armee Fraktion an.

Erste Aktionen
In Berlin plante der Rechtsanwalt Horst Mahler den Aufbau einer militanten Gruppe. Ensslin und Baader schlossen sich an. Man stahl Autos und versuchte, Waffen zu besorgen.

Verhaftung Baaders
Der V-Mann Peter Urbach lieferte im Frühling 1970 den entscheidenden Hinweis zur Ergreifung Baaders. Bei einer vorgetäuschten Verkehrskontrolle konnte Andreas Baader am 4. April 1970 verhaftet werden.

Der Plan

Nachdem Andreas Baader verhaftet worden war, beschlossen Ensslin, Meinhof und einige weitere, ihn aus der Haft zu befreien. Ulrike Meinhof stellte den Antrag, sich mit Baader im Berliner "Institut für zentrale Fragen" treffen zu können. Sie würden ein Buchprojekt planen, an dem Baader mitwirken solle. Dem Antrag wurde stattgegeben. Ulrike Meinhof hatte vor, sich bei der Befreiung als Unbeteiligte auszugeben und einfach sitzen zu bleiben.

Die Befreiung

Am 14. Mai 1970 wurde Baader in das Institut gebracht und nahm mit Ulrike Meinhof im Lesesaal Platz. Zwei junge Frauen klingelten kurz darauf. Es handelte sich um Ingrid Schubert und Irene Goergens. Sie sollten warten, da der Lesesaal ja besetzt war. Sie öffneten die Tür für zwei weitere Komplizen, einem Mann sowie Gudrud Ensslin. Der Mann schoss mit einer Pistole und traf den Institutsangestellten Georg Linke in den Bauch. Der Lesesaal wurde gestürmt und durch das offen stehende Fenster floh Baader nach draußen. Auch Ulrike Meinhof sprang - nicht nur durch ein Fenster, sondern damit auch in ein anderes Leben, in den Untergrund, in die Illegalität.

Die Folgen

Sofort wurde eine Großfahndung ausgelöst. Von nun an befand man sich auf der Flucht. Die Presse sprach schnell von der "Baader-Meinhof-Gruppe". Später nannte sich die Gruppe selber "Rote Armee Fraktion".

Mehr zur Rote Armee Fraktion.


 
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