Tod von Holger Meins

09.11.1974

Wer war Holger Meins?

Holger Meins (geboren 1941 in Hamburg) war ein Terrorist der Rote Armee-Fraktion (RAF). Er hatte an der Filmhochschule in Berlin studiert. Er nahm dort an Demonstrationen teil und radikalisierte sich wie andere Studenten nach dem Tod von Benno Ohnesorg. Im Herbst 1970 schloss er sich der RAF an und tauchte unter. Im Juni 1972 wurde er verhaftet.
 

Hungerstreik für bessere Haftbedingungen

Um ihre Haftbedingungen zu verbessern, traten die RAF-Häftlinge immer wieder in den Hungerstreik. An den Folgen eines dieser Streiks starb Holger Meins am 9. November 1974.

Nach sieben Wochen im Hungerstreik wog Meins nur noch 39 Kilogramm. Die Behörden hatten mit Zwangsernährung auf den Hungerstreik reagiert. Dabei wird per Sonde Nährflüssigkeit in den Magen gepumpt, auch gegen den eigenen Willen. Meins hatte vom Gefängnisarzt schon längere Zeit nur noch einen Bruchteil der überlebensnotwendigen Kalorienmenge erhalten.
 

Folgen vom Tod von Holger Meins

Holger Meins Tod war wie ein Zeichen für die radikale linke Szene. Nach der Beerdigung strömten tausende von jungen Leuten auf die Straßen in Berlin, um trotz eines Verbotes zu demonstrieren.

Meins Tod trieb schließlich rund 20 junge Leute, die bis dahin nur mit der Rote Armee Fraktion sympathisiert hatten, in den Untergrund und in den Kampf gegen den Staat. So trug Meins Tod mit dazu bei, dass eine zweite Generation der RAF entstand.

Zur zweiten Generation gehörte auch Siegfried Haag, der Rechtsanwalt von Holger Meins. Haag baute die Gruppe auf, die im Deutschen Herbst 1977 die Bundesrepublik erschütterte.