Flüchtlingsstrom über Ungarn nach Grenzöffnung

2. 5. - 11. 9. 1989

Grenzöffnung in Ungarn 1989

Nach und nach kam es 1989 zur Grenzöffnung in Ungarn. Zunächst begann Ungarn am 2. Mai 1989 mit dem Abbau der Grenzanlagen zu Österreich.

Oppositionsgruppen hatten in Ungarn schon seit 1987 einen friedlichen Wechsel weg vom Sozialismus vorangetrieben. So konnte Ungarn nun einen entscheidenden Einfluss auf die politische Wende auch in der DDR nehmen.

Denn mit dem Abbau der Grenze und noch mehr mit dem symbolischen Durchschneiden des Stacheldrahtes am 27. Juni 1989 durch den ungarischen Außenminister Gyula Horn und den österreichischen Außenminister Alois Mock wurde ein wahrer Flüchtlingsstrom nach Ungarn ausgelöst.

Mit dem Abbau der Stacheldrahtzäune und der elektronischen Grenzsperren entfiel jedoch nicht die Grenzkontrolle.
 

Flucht von DDR-Bürgern in die deutsche Botschaft

Viele DDR-Bürger flüchteten sich in die deutsche Botschaft in Budapest. Am 13. August 1989 musste diese wegen Überfüllung geschlossen werden. Rund 180 Menschen warteten hier auf ihre Ausreise in die Bundesrepublik.

Am 24. August 1989 wurde 108 Bürgern der DDR, die sich in der Deutschen Botschaft aufhielten, die Ausreiseerlaubnis in den Westen erteilt. Die ungarische Regierung verstand dies als einmalige humanitäre Aktion.
 

Massenflucht beim Paneuropäischen Picknick

In der ungarischen Grenzstadt Sopron kam es noch vorher am 19. August 1989 beim Paneuropäischen Picknick zur größten Massenflucht von DDR-Bürgern seit dem Mauerbau.

Für drei Stunden sollte symbolisch ein Grenztor geöffnet werden. Etwa 700 Menschen nutzten die Öffnung zur Flucht nach Österreich.
 

11. September 1989: Grenzöffnung für DDR-Bürger

Ohne vorherige Absprache mit der DDR-Regierung ließ Ungarn ab dem 11. September 1989 alle ausreisewilligen DDR-Bürger in den Westen ausreisen.

Bis Ende des Monats machten 30.000 Menschen von dieser Grenzöffnung Gebrauch.