Bücherverbrennung

Bücherverbrennung 1933

Die Bücherverbrennung 1933 war eine öffentliche Propagandaaktion der Nationalsozialisten. Am 10. Mai 1933 wurden in vielen deutschen Universitätsstädten Bücher verbrannt. Betroffen waren Werke von Autorinnen und Autoren, die nicht in das Weltbild der Nationalsozialisten passten. Dazu gehörten jüdische, linke, liberale, pazifistische und demokratische Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Ihre Bücher wurden von den Nationalsozialisten als „undeutsch“ oder „zersetzend“ beschimpft.

Was war die „Aktion wider den undeutschen Geist“?

Die Bücherverbrennungen waren der Höhepunkt der Kampagne „Wider den undeutschen Geist“. Sie wurde von der nationalsozialistisch geprägten Deutschen Studentenschaft organisiert. Schon im April 1933 wurden die sogenannten „Zwölf Thesen wider den undeutschen Geist“ veröffentlicht. Mit dieser Aktion wollten nationalsozialistische Studenten zeigen, welche Literatur im neuen Deutschland keinen Platz mehr haben sollte. Sie griffen damit die Freiheit von Kunst, Wissenschaft und Meinung an.

Gegen wen richtete sich die Bücherverbrennung?

Die Aktion richtete sich besonders gegen jüdische Autorinnen und Autoren. Sie richtete sich aber auch gegen Menschen, die politisch links, liberal, pazifistisch oder demokratisch dachten. Also im Prinzip gegen alle, die nicht so dachten wie die Nationalsozialisten. 

Verbrannt wurden Werke von bekannten Autorinnen und Autoren wie Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Sigmund Freud, Erich Kästner, Heinrich Mann, Erich Maria Remarque, Kurt Tucholsky, Carl von Ossietzky, Stefan Zweig und vielen anderen.

Viele dieser Menschen wurden verfolgt, ins Exil gedrängt oder durften in Deutschland nicht mehr veröffentlichen.

Wo fand die Bücherverbrennung statt?

In Berlin fand die Bücherverbrennung auf dem damaligen Opernplatz, dem heutigen Bebelplatz, statt. Dort hielt Propagandaminister Joseph Goebbels eine Rede. Die Bücherverbrennungen waren öffentlich inszenierte Veranstaltungen. Sie blieben nicht auf Berlin beschränkt. Sie sollten zeigen, dass die Nationalsozialisten auch Kunst, Kultur und Wissenschaft kontrollieren wollten.

Was war die „Schwarze Liste“?

Eine wichtige Rolle spielten sogenannte Schwarze Listen. Darauf standen Bücher und Autorinnen und Autoren, die aus Bibliotheken und Buchhandlungen entfernt werden sollten.

Solche Listen wurden unter anderem von dem Bibliothekar Wolfgang Herrmann erstellt. Sie dienten als Grundlage dafür, welche Bücher ausgesondert und verbrannt wurden.

Was geschah am 10. Mai 1933?

Am Abend des 10. Mai 1933 wurden in vielen deutschen Städten Scheiterhaufen errichtet. Studierende, Angehörige nationalsozialistischer Organisationen, aber auch Professoren, Lehrer und Schaulustige nahmen an den Veranstaltungen teil.

Warum war die Bücherverbrennung so wichtig?

Die Bücherverbrennung zeigte, dass das NS-Regime nicht nur politische Gegner verfolgte. Es wollte auch bestimmen, was Menschen lesen, denken und schreiben durften.

Die Aktion war ein Angriff auf die Meinungsfreiheit, die Pressefreiheit, die Wissenschaft und die Literatur. Sie war ein frühes Zeichen dafür, wie umfassend die Nationalsozialisten das kulturelle Leben kontrollieren wollten.

Der Schriftsteller Heinrich Heine hatte schon lange vor der NS-Zeit geschrieben:

„Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“

Dieser Satz wurde nach 1933 oft zitiert, weil er auf erschreckende Weise zu den Verbrechen des Nationalsozialismus passte.

Folgendes Video zeigt dir Aufnahmen der Bücherverbrennung.

Am Anfang brannten die Bücher, später brannten auch Menschen. Im Mai 1933 kam es in vielen deutschen Universitätsstädten zum Verbrennen von so genannten "undeutschem Schrifttum", das waren die Bücher marxistischer und jüdischer Schriftsteller, aber auch von unliebsamen Autoren. [ © history-vision.de Fotos: Bundesarchiv ]

Quelle: © history-vision.de