Reichstagsbrand
Reichstagsbrand einfach erklärt
Was war der Reichstagsbrand?
Der Reichstagsbrand war der Brand des Reichstagsgebäudes in Berlin in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1933. Der Reichstag war damals der Sitz des deutschen Parlaments.
Dieser Brand war ein wichtiges Ereignis kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Adolf Hitler war erst seit dem 30. Januar 1933 Reichskanzler. Die Nationalsozialisten nutzten den Brand, um ihre politischen Gegner zu verfolgen und wichtige Grundrechte außer Kraft zu setzen.
Wer wurde für den Reichstagsbrand verantwortlich gemacht?
Im brennenden Reichstagsgebäude wurde Marinus van der Lubbe festgenommen. Er war ein niederländischer Linksanarchist. Van der Lubbe erklärte, er habe den Brand allein gelegt. Er wollte damit offenbar ein Zeichen gegen die nationalsozialistische Regierung setzen. Später wurde er zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Die Nationalsozialisten behaupteten jedoch, der Brand sei Teil einer großen kommunistischen Verschwörung. Dafür gab es keine überzeugenden Beweise. Trotzdem nutzten sie diese Behauptung, um gegen Kommunisten, Sozialdemokraten und andere Gegner vorzugehen.
Was war die Reichstagsbrandverordnung?
Am Tag nach dem Brand, dem 28. Februar 1933, wurde die „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“ erlassen. Sie ist besser bekannt als Reichstagsbrandverordnung.
Mit dieser Verordnung wurden wichtige Grundrechte der Weimarer Verfassung außer Kraft gesetzt. Dazu gehörten unter anderem:
- die Freiheit der Person,
- die Meinungs- und Pressefreiheit,
- die Versammlungsfreiheit,
- das Brief- und Fernsprechgeheimnis,
- der Schutz der Wohnung.
Die Polizei konnte Menschen nun leichter verhaften. Zeitungen konnten verboten werden. Politische Gegner konnten verfolgt werden, ohne dass ein normales rechtsstaatliches Verfahren nötig war.
Welche Folgen hatte der Reichstagsbrand?
Der Reichstagsbrand hatte schwere Folgen für die Demokratie in Deutschland. Die Nationalsozialisten nutzten ihn als Vorwand, um die Grundrechte einzuschränken und ihre Gegner auszuschalten.
Besonders die Kommunistische Partei Deutschlands, die KPD, wurde verfolgt. Viele ihrer Mitglieder wurden verhaftet. Auch andere Gegnerinnen und Gegner des Nationalsozialismus gerieten unter Druck. Die Reichstagsbrandverordnung blieb nicht nur kurze Zeit in Kraft. Sie wurde zu einer wichtigen Grundlage für die nationalsozialistische Herrschaft. Sie half dabei, den Rechtsstaat zu zerstören und die Diktatur auszubauen.
Wer legte den Reichstagsbrand?
Diese Frage ist bis heute umstritten. Fest steht: Marinus van der Lubbe wurde im Reichstag festgenommen, gestand die Tat und wurde später hingerichtet. Ob er allein handelte oder ob andere beteiligt waren, ist unter Historikerinnen und Historikern nicht abschließend geklärt.
Wichtig ist aber: Unabhängig von der Täterschaft nutzten die Nationalsozialisten den Brand sofort für ihre politischen Ziele. Der Reichstagsbrand wurde so zu einem entscheidenden Ereignis auf dem Weg in die Diktatur.
Der Reichstagsbrand auf dem Zeitstrahl: 27. Februar 1933 - der Reichstagsbrand



