Joseph Goebbels - der Hetzer
Joseph Goebbels – Hitlers Propagandaminister und Hetzer


Joseph (Josef) Goebbels war einer der wichtigsten Helfer Adolf Hitlers. Er war ein enger Gefolgsmann Hitlers und gehörte zum inneren Machtkreis der Nationalsozialisten. Vor allem durch Propaganda gewann Goebbels großen Einfluss auf die deutsche Bevölkerung.
Ab 1933 leitete Goebbels das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda. Damit kontrollierte er große Teile von Presse, Rundfunk, Film, Theater und Kultur. Goebbels sorgte dafür, dass die Menschen möglichst nur noch das hörten, lasen und sahen, was den Nationalsozialisten nützte. Hitler ernannte ihn am 13. März 1933 zum Leiter dieses neu geschaffenen Ministeriums.
Goebbels und der Führerkult
Goebbels erfand den Führerkult nicht allein. Aber er trug entscheidend dazu bei, Hitler als angeblich unfehlbaren „Führer“ darzustellen. In Reden, Zeitungen, Filmen, Plakaten und Massenveranstaltungen wurde Hitler als Retter Deutschlands inszeniert.
Goebbels verehrte Hitler fast bedingungslos. Hitler wiederum schätzte Goebbels als Propagandisten. Ob Hitler ihn wirklich als Freund sah, ist fraglich. Politisch aber war Goebbels für Hitler sehr nützlich.
Dr. Goebbels
Goebbels studierte Literatur, Geschichte und andere Fächer. Er erwarb den Doktortitel und nannte sich später gern Dr. Goebbels. Schon früh schloss er sich der NSDAP an. Innerhalb der Partei machte er schnell Karriere.
1926 wurde Goebbels Gauleiter der NSDAP in Berlin. Dort sollte er die noch schwache Partei bekannter machen. 1927 gründete er die nationalsozialistische Zeitung „Der Angriff“. Diese Zeitung verbreitete Hetze gegen die Weimarer Republik, gegen politische Gegner und gegen Jüdinnen und Juden. Besonders griff Goebbels den Berliner Polizeivizepräsidenten Bernhard Weiß an, der jüdischer Herkunft war.
Herkunft und Jugend
Joseph Goebbels wurde am 29. Oktober 1897 in Rheydt geboren. Er stammte aus einfachen katholischen Verhältnissen. Als Kind hatte er eine körperliche Beeinträchtigung an einem Fuß. Später stellte er sich selbst gern als Außenseiter dar. Seine spätere Hetze und seine Verbrechen lassen sich dadurch aber nicht erklären oder entschuldigen. Goebbels entschied sich bewusst für den Nationalsozialismus und wurde zu einem der radikalsten Antisemiten der NSDAP.
Goebbels als Propagandaminister
Für Goebbels war Politik immer auch Inszenierung. Er setzte Reden, Aufmärsche, Plakate, Filme, Zeitungen und den Rundfunk gezielt ein. Sein Ziel war es, die Menschen zu beeinflussen, Gegner schlecht zu machen und Hitler als Führerfigur zu verherrlichen.
Schon von 1930 an war Goebbels Reichspropagandaleiter der NSDAP. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda. In dieser Funktion konnte er bestimmen, was in vielen Medien verbreitet wurde und was nicht. Wer sich dem NS-Regime widersetzte, hatte kaum noch Möglichkeiten, öffentlich zu arbeiten.
Auch der deutsche Film wurde von Goebbels stark kontrolliert. Filme sollten unterhalten, aber zugleich die Botschaften des NS-Regimes verbreiten. Künstlerinnen und Künstler, die nicht in das Weltbild der Nationalsozialisten passten oder sich widersetzten, wurden ausgeschlossen, verfolgt oder zur Emigration gezwungen.
Goebbels und das Familienbild der NS-Propaganda
Goebbels war mit Magda Goebbels verheiratet. Gemeinsam stellten sie sich gern als vorbildliche nationalsozialistische Familie dar. Dieses Bild passte zur Propaganda der NSDAP. Es sollte zeigen, wie eine „deutsche Familie“ nach den Vorstellungen der Nationalsozialisten angeblich aussehen sollte.
Goebbels mordete mit Worten

Goebbels tötete nicht mit eigenen Händen. Aber seine Reden, Texte und Kampagnen bereiteten Gewalt vor. Er verbreitete Hass gegen Jüdinnen und Juden und stellte sie als Gefahr für Deutschland dar. Solche Hetze half dabei, Ausgrenzung, Verfolgung und Mord zu rechtfertigen.
Goebbels war ein radikaler Antisemit. Für ihn war das Judentum eine angebliche Bedrohung. Diese menschenverachtende Vorstellung verbreitete er immer wieder in seinen Reden und Schriften. Damit trug er dazu bei, dass viele Menschen die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung hinnahmen oder unterstützten.
Sportpalastrede
Besonders bekannt wurde Goebbels durch seine Sportpalastrede vom 18. Februar 1943. Deutschland hatte kurz zuvor die schwere Niederlage von Stalingrad erlebt. Goebbels wollte die Bevölkerung nun auf noch größere Opfer im Krieg einschwören.
Die Sportpalastrede
Im Berliner Sportpalast fragte er: „Wollt ihr den totalen Krieg?“ Das ausgewählte Publikum antwortete begeistert mit „Ja“. Diese Begeisterung wurde von der NS-Propaganda verbreitet, als spräche sie für das ganze deutsche Volk. In Wirklichkeit war die Veranstaltung genau geplant und inszeniert.
Die Sportpalastrede zeigt, wie Goebbels arbeitete: Er nutzte Sprache, Bühne, Masse und Medien, um Zustimmung zu erzeugen. Ohne seine Propaganda, seine Aufmärsche, Kampagnen, Hetzreden und Inszenierungen hätte Hitler viele Menschen vermutlich nicht in diesem Maß erreichen können.

Hitlers Helfer 
