Hermann Göring - der Brutale

Hermann Göring – Hitlers zweiter Mann, Luftwaffenchef und Kriegsverbrecher

Hermann Göring – Hitlers zweiter Mann

Hermann Göring war einer der mächtigsten Männer im Nationalsozialismus. Lange Zeit galt er nach Adolf Hitler als die wichtigste Person im NS-Staat. Er war Chef der Luftwaffe, baute die Gestapo mit auf und war für die Vorbereitung der deutschen Wirtschaft auf den Krieg mitverantwortlich. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er bei den Nürnberger Prozessen als Hauptkriegsverbrecher zum Tode verurteilt.

Göring wurde am 12. Januar 1893 in Rosenheim in Bayern geboren. Im Ersten Weltkrieg war er Jagdflieger und wurde dadurch bekannt. Später nutzte er dieses Ansehen für seine Karriere in der NSDAP.

Göring kam Hitler früh sehr nahe

1922 lernte Hermann Göring Adolf Hitler kennen und trat der NSDAP bei. Hitler gab ihm den Auftrag, die SA mit aufzubauen. Göring beteiligte sich auch am gescheiterten Hitlerputsch von 1923. Dabei wurde er verletzt. Später entwickelte er eine Abhängigkeit von Morphium. Diese Sucht prägte sein Leben, erklärt aber nicht seine politische Verantwortung und seine Verbrechen.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland stieg Göring in der NSDAP weiter auf. 1930 ernannte Hitler ihn zu seinem politischen Berater. Göring nutzte seine Beziehungen zu einflussreichen Kreisen, um die Nationalsozialisten zu unterstützen.

Göring als Chef der Luftwaffe

1935 wurde Göring Oberbefehlshaber der Luftwaffe. Die Luftwaffe war ein wichtiger Teil von Hitlers Kriegsplänen. Göring inszenierte sich gern als erfolgreicher Soldat und mächtiger Befehlshaber.

Göring und die Gestapo

Nach Hitlers Machtübernahme 1933 wurde Göring zunächst Reichsminister ohne Geschäftsbereich. Das bedeutete, dass er zwar Minister war, aber noch kein eigenes Ministerium leitete.

In Preußen erhielt Göring jedoch sehr viel Macht. Er wurde preußischer Innenminister und später preußischer Ministerpräsident. In dieser Funktion war er maßgeblich am Aufbau der Gestapo, der Geheimen Staatspolizei, beteiligt. Die Gestapo wurde zu einem wichtigen Instrument der Verfolgung und Einschüchterung. Göring nutzte seine Macht, um politische Gegner verfolgen zu lassen. Er trug Verantwortung für Terror, Gewalt und frühe Konzentrationslager in Preußen.

Vierjahresplan

1936 erhielt er eine weitere wichtige Aufgabe: Er wurde Beauftragter für den Vierjahresplan. Mit diesem Plan sollte die deutsche Wirtschaft auf Krieg vorbereitet werden. Rohstoffe, Industrie und Arbeitskräfte sollten so eingesetzt werden, dass Deutschland möglichst schnell kriegsfähig wurde.

Göring und der Antisemitismus

Göring wirkte nach außen oft lebensfroh, selbstsicher und prunkliebend. Er konnte freundlich auftreten und liebte Luxus. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass er ein brutaler Machtpolitiker und überzeugter Nationalsozialist war.

Er war auch an der antisemitischen Politik des NS-Regimes beteiligt. Besonders wichtig ist sein Auftrag vom 31. Juli 1941 an Reinhard Heydrich. Darin beauftragte Göring Heydrich, Vorbereitungen für die sogenannte Endlösung der Judenfrage zu treffen. Damit spielte Göring eine wichtige Rolle auf dem Weg zur Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden.

Göring als Nachfolger

1939 bestimmte Hitler Göring zu seinem Nachfolger, falls ihm etwas zustoßen sollte. Damit stand Göring offiziell sehr hoch in der Rangordnung des NS-Staates. Später erhielt er sogar den besonderen Rang Reichsmarschall.

Göring als Hitlers Nachfolger

Während des Zweiten Weltkriegs verlor Göring jedoch immer mehr Ansehen. Die deutsche Luftwaffe konnte die Bombenangriffe der Alliierten auf deutsche Städte nicht verhindern. Auch militärische Niederlagen schwächten seine Stellung. Hitler verlor zunehmend das Vertrauen in ihn.

Prunk, Kunstraub und Machtverlust

Göring liebte Luxus und stellte seinen Reichtum offen zur Schau. Er sammelte Kunstwerke, darunter auch geraubte Kunst aus jüdischem Besitz und aus besetzten Ländern. Damit zeigte sich eine weitere Seite seiner Macht: Er profitierte persönlich von Verfolgung, Krieg und Raub.

Im April 1945 versuchte Göring, Hitlers Nachfolge anzutreten. Hitler wertete dies als Verrat, ließ Göring aus der NSDAP ausschließen und ordnete seine Verhaftung an.

Göring vor Gericht

Nach dem Krieg wurde Hermann Göring bei den Nürnberger Prozessen angeklagt. Er gehörte zu den wichtigsten Hauptkriegsverbrechern. Das Internationale Militärtribunal verurteilte ihn zum Tod.

Bevor das Urteil vollstreckt werden konnte, nahm sich Göring am 15. Oktober 1946 in seiner Zelle das Leben.