NS-Frauenschaft

Welche Bedeutung hatte die NS-Frauenschaft?

Die NS-Frauenschaft war die wichtigste Frauenorganisation der Nationalsozialisten.
Sie sollte Frauen im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie erziehen und kontrollieren.

Nach dem Weltbild der Nationalsozialisten sollten Frauen vor allem Ehefrauen und Mütter sein. Sie sollten Kinder bekommen, den Haushalt führen und die Familie im Sinne des Regimes prägen. Gleichberechtigte politische Mitbestimmung war für Frauen im NS-Staat nicht vorgesehen.

Frauen sollten das Regime stützen

Frauen hatten im Machtapparat der Nationalsozialisten kaum Einfluss. Trotzdem spielten sie für das Regime eine wichtige Rolle. Sie sollten die nationalsozialistische Weltanschauung in die Familien tragen und ihre Kinder entsprechend erziehen.

Die Nationalsozialisten stellten Mutterschaft als angeblich „natürliche“ Aufgabe der Frau dar. Besonders erwünscht waren viele Kinder, vor allem in Familien, die nach der rassistischen Ideologie der Nationalsozialisten als „deutsch“ und „erbgesund“ galten.

Was war die NS-Frauenschaft?

Die NS-Frauenschaft entstand bereits vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Später wurde sie zur zentralen Frauenorganisation der Partei der Nationalsozialisten. Neben ihr gab es das Deutsche Frauenwerk. Dort wurden viele Frauenverbände zusammengefasst, die von den Nationalsozialisten gleichgeschaltet und kontrolliert wurden.

Die NS-Frauenschaft war also keine unabhängige Frauenbewegung. Sie setzte sich nicht für gleiche Rechte von Frauen ein. Stattdessen half sie dabei, Frauen an das NS-Regime zu binden.
 

Rolle der NS-Frauenschaft

Die NS-Frauenschaft zeigt also einen Widerspruch der nationalsozialistischen Politik: Frauen sollten nach der Ideologie der Nationalsozialisten politisch keine gleichberechtigte Rolle spielen und vor allem Mutter sein. Gleichzeitig brauchte das Regime sie, um seine Herrschaft zu stabilisieren, seine Ideologie weiterzugeben und den Krieg zu unterstützen.

Gertrud Scholtz-Klink

Von 1934 bis 1945 stand Gertrud Scholtz-Klink an der Spitze der NS-Frauenschaft. Sie trug den Titel Reichsfrauenführerin und leitete auch das Deutsche Frauenwerk. Damit war sie eine der bekanntesten Frauen im NS-Staat.

Trotz dieses hohen Titels hatte Scholtz-Klink nur begrenzte politische Macht. Die wichtigen Entscheidungen trafen Männer in der Führung des NS-Regimes. Trotzdem war Scholtz-Klink nicht nur eine „Alibi-Frau“. Sie war aktiv daran beteiligt, Frauen für die Ziele des Nationalsozialismus zu gewinnen und die Ausgrenzung und Entrechtung anderer Frauen mitzutragen, zum Beispiel jüdischer Frauen.

Warum war die NS-Frauenschaft wichtig?

Die NS-Frauenschaft half dem Regime, seine Ideologie im Alltag zu verbreiten. Sie organisierte Schulungen, Veranstaltungen und „Kurse zur Hauswirtschaft“ oder „Schulungen zur Haushaltsführung“. Frauen sollten lernen, wie sie nach den Vorstellungen der Nationalsozialisten leben, ihre Kinder erziehen und die sogenannte „Volksgemeinschaft“ unterstützen sollten.

Im Krieg änderte sich die Rolle vieler Frauen. Obwohl die Nationalsozialisten Frauen eigentlich vor allem als Mütter und Hausfrauen sahen, brauchte der Staat ihre Arbeitskraft immer stärker. Ab 1939 wurde die Arbeitsdienstpflicht auch auf weibliche Jugendliche ausgeweitet. Viele junge Frauen wurden nun im sozialen Bereich, in der Landwirtschaft oder später auch in kriegswichtigen Aufgaben eingesetzt.

Fragen zur NS-Frauenschaft

Welche Rolle sollten Frauen nach der NS-Ideologie haben?
Frauen sollten vor allem Ehefrauen und Mütter sein. Sie sollten Kinder bekommen, den Haushalt führen und ihre Familie im Sinne der Nationalsozialisten prägen.

War die NS-Frauenschaft eine Frauenrechtsorganisation?
Nein. Die NS-Frauenschaft setzte sich nicht für Gleichberechtigung ein. Sie unterstützte die Ziele des NS-Regimes.

Wer leitete die NS-Frauenschaft?
Die Leiterin war Gertrud Scholtz-Klink. Sie trug den Titel Reichsfrauenführerin.

Hatte Gertrud Scholtz-Klink viel Macht?
Sie war zwar eine bekannte Frau im NS-Staat, hatte aber nur begrenzte politische Macht. Die wichtigsten Entscheidungen trafen Männer in der Führung des Regimes.

Warum war die NS-Frauenschaft trotzdem wichtig?
Sie half dabei, die nationalsozialistische Ideologie in den Alltag und in die Familien zu tragen. So unterstützte sie die Herrschaft der Nationalsozialisten.