Juden - Phasen der Verfolgung

Phasen der Judenverfolgung 1933-1945: Von Ausgrenzung bis Holocaust

Die Judenverfolgung im Nationalsozialismus begann nicht sofort mit Deportationen und Massenmord. Sie entwickelte sich Schritt für Schritt: von Ausgrenzung der Juden und Gewalt über Entrechtung und Enteignung bis zur Deportation und Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden.

Erste Phase: Ausgrenzung und Terror 1933

Die erste Phase der Verfolgung der Juden umfasste in etwa die Zeit von der Machtübernahme am 30. Januar 1933 bis zum Sommer 1933. In den ersten Monaten nach Hitlers Machtübernahme kam es zu offener Gewalt, Boykottaktionen und Einschüchterung. Viele meinten allerdings, dass der Spuk, der vor allem von SA-Männern in den Braunhemden angerichtet wurde, wäre bald zu Ende. Die meisten glaubten, Hitler wäre nur eine kurzzeitige "Erscheinung" und würde so schnell verschwinden, wie er gekommen war. Viele Reichskanzler vor ihm hatten sich ja auch ganz schnell wieder von der politischen Bühne verabschiedet.

Zweite Phase: Entrechtung und Nürnberger Gesetze 1933–1935

Die zweite Phase reichte vom Sommer 1933 bis Frühjahr 1935. Gewaltaktionen und Schikanen gingen zunächst oft von SA-Männern und Parteigruppen der NSDAP aus. Doch mit dem Erlass der Nürnberger Gesetze im September 1935 wandte sich die Politik noch einmal zum Schlimmeren. Spätestens jetzt hätte es vielen klar werden müssen, dass die nationalsozialistische Politik das Leben der Juden bedrohte.

Dritte Phase: Weitere Ausgrenzung 1935–1937

Die dritte Phase bis 1937 verlief wieder etwas ruhiger, daher glaubten viele, irgendwann würde das Leben wieder normaler werden. 

Vierte Phase: Radikalisierung und Novemberpogrome 1938

Doch die Novemberpogrome 1938 mussten den meisten diese Illusion nehmen, das Ende der vierten Phase war damit eingeleitet und die fünfte Phase begann. 

Fünfte Phase: Enteignung, Zwangsnamen und Flucht 1938/39

Ab der Jahreswende 1938/39 verschlechterten sich die Lebensbedingungen der Juden in Deutschland weiter. Wurden sie seit Beginn der NS-Herrschaft schikaniert, eingeschränkt und ausgegrenzt, so verfolgte man sie jetzt böswillig. Der Terror des Staates gegenüber den Juden hatte seinen Höhepunkt erreicht.

Sechste Phase: Deportation und Vernichtung ab 1941

Die letzte und sechste Phase der Judenverfolgung begann 1941, zu diesem Zeitpunkt hatten die Juden keinerlei Rechte mehr. Sie mussten die jüdischen Vornamen Sara und Israel tragen, falls ihr Name nicht als jüdisch erkennbar war. Sie wurden gezwungen, einen gelben Stern zu tragen, der sie als Juden kennzeichnete. Trugen sie den Stern nicht und wurden erwischt, drohten ihnen schreckliche Strafen. Ab 1941 gab es ein Auswanderungsverbot für die Juden, sodass diese keine Chance hatten zu entkommen. Es sei denn, es gelang ihnen, unterzutauchen. Die Phase der Vernichtung der Juden war eingeleitet und keiner hätte gedacht, dass die Juden noch Schlimmeres erwartete. Doch es kam noch schlimmer.

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Die Phasen der Judenverfolgung

Die Judenverfolgung im Nationalsozialismus wurde Schritt für Schritt verschärft. Am Anfang standen Ausgrenzung, Gewalt und Berufsverbote. Später folgten die Nürnberger Gesetze, Enteignung, Zwangskennzeichnung, Deportation und schließlich der Holocaust.

Fragen zu den Phasen der Judenverfolgung

Was waren die Phasen der Judenverfolgung?

Die Judenverfolgung im Nationalsozialismus verschärfte sich Schritt für Schritt: von Ausgrenzung und Gewalt über Entrechtung und Enteignung bis zu Deportation und Ermordung.

Wann begann die Judenverfolgung im Nationalsozialismus?

Sie begann direkt nach der Machtübernahme Hitlers im Jahr 1933. Jüdische Menschen wurden eingeschüchtert, ausgegrenzt und aus vielen Berufen verdrängt.

Welche Rolle spielten die Nürnberger Gesetze?

Die Nürnberger Gesetze von 1935 nahmen Jüdinnen und Juden wichtige Rechte. Sie wurden zu Menschen zweiter Klasse gemacht und durften zum Beispiel keine nichtjüdischen Deutschen mehr heiraten.

Was geschah bei den Novemberpogromen 1938?

Bei den Novemberpogromen 1938 zerstörten Nationalsozialisten Synagogen, Geschäfte und Wohnungen jüdischer Menschen. Viele Jüdinnen und Juden wurden misshandelt, verhaftet oder getötet.

Wann begann die Deportation und Ermordung der Juden?

Die systematischen Deportationen aus dem Deutschen Reich begannen 1941. Viele Jüdinnen und Juden wurden in Ghettos, Konzentrationslager und Vernichtungslager verschleppt und dort ermordet.