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20.5.1928

Wahl zum 4. Deutschen Reichstag

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Wahlplakat der SPD zu den Reichstagswahlen 1928

Vorgeschichte

Der letzten Reichstagswahl von 1924 waren vier Kabinette gefolgt. Zweien stand Hans Luther als Reichskanzler vor, zwei weiteren Wilhelm Marx, der seit Mai 1926 Reichskanzler war.

Im Parlament wurde seit 1927 heftig um den Entwurf eines neuen Schulgesetzes gestritten. In der Weimarer Verfassung hatten Schulen, deren Besuch unabhängig von der Religionszugehörigkeit war, Vorrang gegenüber z. B. katholischen Schulen. Insbesondere die katholisch geprägte Zentrumspartei, aber auch BVP und DNVP, wollten eine Gleichstellung dieser konfessionsgebundenen Schulen erreichen. Vor allem die DVP kämpfte entschlossen gegen diese Änderung. Dieser Streit führte schließlich sogar zum Ende der Koalition. Reichspräsident Hindenburg löste den Reichstag auf und setzte Neuwahlen an.

Der Wahlkampf

Die Wahl fand zu einem Zeitpunkt statt, als sich die Wirtschaft wieder erholt und stabilisiert hatte. SPD und KPD wandten sich in ihrem Wahlkampf insbesondere gegen den von den rechten Parteien verfolgten Bau eines Panzerkreuzers (Dieser wurde später doch gebaut und lief unter dem Namen "Deutschland" 1931 vom Stapel). Die Parole der linken Parteien war: "Kinderspeisung statt Panzerkreuzer". Auch die DDP hielt den Panzerkreuzerbau für ein sinnloses Prestigeprojekt und war wie die SPD für eine Große Koalition.  Die DVP spannte ihr Zugpferd, den populären Außenminister Stresemann vor ihren Karren: "Was gehen dich die anderen an – du wählst wie Gustav Stresemann". Dieser wurde wiederum von den rechten Parteien, der DNVP und der NSDAP, heftig angegriffen.

Das Wahlergebnis und die Folgen:

Die Stimmen verteilten sich wie folgt (vom höchsten Stimmanteil zum niedrigsten, am Schluss zusammengefasst die kleineren Sonstigen Parteien):
SPD    29,8 %
DNVP    14,3 %
Zentrum    12,1 %
KPD    10,6 %
DVP    8,7 %
DDP    4,8 %
WP    4,5 %
BVP    3,1 %
NSDAP    2,6 %
Sonstige    9,4 %

Verteilt nach  ihrer Position von links nach rechts:
KPD    10,6 %
SPD    29,8  %
DDP    4,8 %
Zentrum    12,1 %
DVP    8,7 %
WP    4,5
BVP    3,1
DNVP    14,3 %
NSDAP    2,6 %

Die Wirtschaftspartei (WP, der offizielle Name lautete: Reichspartei des deutschen Mittelstandes) hatte viele Stimmen gewinnen können, daher ist sie hier extra aufgeführt.

Gewinne und Verluste

Starke Gewinne konnte die SPD verbuchen. Seit November 1923 war sie nicht mehr an der Regierung beteiligt gewesen. Nun konnte sie ihr Ergebnis von 1924 noch einmal steigern. Leicht steigern konnte sich auch die KPD, außerdem stieg der Anteil der vielen kleinen Parteien (unter: Sonstige Parteien) an.
Die größten Verluste hingegen erlitt die DNVP. Auch Zentrum, DDP und DVP – also die Parteien der bisherigen Koalition -  büßten alle leichte Stimmenverluste ein.

Große Koalition - Müller wird Kanzler

Unter Führung der erfolgreichen SPD wurde nun eine Große Koalition gebildet. Es war die zweite Große Koalition der Weimarer Republik (Die erste Große Koalition gab es 1923 unter Gustav Stresemann. "Große Koalition" bedeutet in der Weimarer Republik, dass die Parteien von der SPD bis zur DVP eingebunden waren). Ihr gehörten neben der SPD die Zentrumspartei, die DVP, die DDP und die BVP an. Reichskanzler wurde Hermann Müller (SPD). Er war 1920 schon einmal für wenige Wochen vor der ersten regulären Reichstagswahl Kanzler gewesen.

Diese Regierung kam immerhin auf die längste Regierungszeit während der Weimarer Republik (Ende Juni 1928 bis Ende März 1930). Außenpolitisch war die Koalition erfolgreich, innenpolitisch gab es große Meinungsverschiedenheiten. Stresemann blieb nach wie vor Außenminister (bis zu seinem Tod am 3. Oktober 1929).


 
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