Wilhelm Pieck wird Präsident der DDR

11.10.1949

Präsident der DDR

Im April 1946 war Wilhelm Pieck (zuvor KPD) gemeinsam mit Otto Grotewohl (zuvor SPD-Mitglied) Vorsitzender der SED geworden. Nach der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) am 7. Oktober 1949 wurde Pieck dann zum Präsidenten der DDR ernannt.

Er war der erste und auch der einzige Präsident der DDR. 1953 wurde Pieck noch einmal gewählt.

Nach seinem Tod 1960 wurde das Amt abgeschafft. An die Stelle des Präsidenten trat dann der Staatsrat der DDR.

Der eigentliche Machthaber der DDR war jedoch schon ab 1949 Walter Ulbricht als Generalsekretär bzw. Erster Sekretär des Zentralkomitees der SED.
 

Wer war Wilhelm Pieck?

Nach seiner Ausbildung zum Tischler arbeitete Wilhelm Pieck ab 1896 in Bremen. Ein Jahr zuvor war er in die SPD eingetreten. 1905 bis 1910 gehörte er der Bremischen Bürgerschaft an. 1907/08 besuchte er die Reichsparteischule der SPD, wo Rosa Luxemburg unterrichtete. Vor und im Ersten Weltkrieg gehörte er zu den Kriegsgegnern und somit zum linken Parteiflügel der SPD.

Pieck trat der Spartakusgruppe bei und gehörte 1918 zu den Gründern der KPD. 1919 wurde er nach dem Spartakusaufstand mit Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht verhaftet, doch ihm gelang die Flucht. Er wurde in den Preußischen Landtag gewählt und 1928 in den Reichstag. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ging Pieck als verfolgter Kommunist ins Exil, 1933 nach Paris, 1935 nach Moskau.

Am 1. Juli 1945 kehrte Pieck nach Berlin zurück. Er sprach sich für die Zwangsvereinigung von KPD und SPD zur SED aus und wurde 1946 gemeinsam mit Otto Grotewohl von der SPD neuer Vorsitzender der SED. Nach der Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 wurde Pieck zum Präsidenten der DDR ernannt.