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13. - 18. 10. 1977

Entführung der "Landshut" und Todesnacht von Stammheim

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Die Route der "Landshut" während ihrer Entführung
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Rückkehr von Staatsminister Hans-Jürgen Wischnewski und der Einsatzgruppe GSG 9 des Bundesgrenzschutzes nach der geglückten Befreiung der Geiseln
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Innenminister Werner Maihofer begrüßt Staatsminister Wischnewski (rechts) nach der Rückkehr am 18. Oktober 1977. Wischnewski war als Sonderbeauftragter der bundesdeutschen Regierung hinter der Landshut hergereist und führte Verhandlungen.

Am 13. Oktober 1977 entführte ein Terrorkommando der "Volksfront zur Befreiung Palästinas" (PFLP) die Lufthansa-Maschine "Landshut" auf ihrem Weg von Palma de Mallorca (Spanien) nach Frankfurt am Main. Die Terroristen hatten Pistolen, Handgranaten und Sprengstoff an Bord geschmuggelt.

Die Forderung

Gefordert wurde die Freilassung von elf RAF-Terroristen. Die gleiche Forderung war nach der Entführung von Hanns Martin Schleyer gestellt worden. Die Palästinenser wollten zusätzlich zwei ihrer Gesinnungsgenossen aus türkischer Haft erpressen, außerdem wollte man 15 Millionen Dollar.

Die Irrfahrt

Auf dem Flug zwang man die Piloten, Kurs auf Rom zu nehmen. Von dort ging es weiter nach Zypern. Mehrere Flughäfen verweigerten den Anflug. Schließlich ging es nach Bahrain und dann nach Dubai, wo die "Landshut" wegen Treibstoffmangel trotz Sperrung des Flughafens landen musste. Am 16. Oktober konnte der Pilot Jürgen Schumann den Behörden mitteilen, um wie viele Entführer es sich handelte. Die Entführer erfuhren davon und drohten Schumann bei einem weiteren Vorfall zu erschießen.

Im Südjemen

Auch im Südjemen durfte das Flugzeug nicht landen, musste es aber aus Treibstoffmangel tun. Es kam zur Notlandung auf einer Sandpiste. Kapitän Schumann kontrollierte daraufhin das Fahrwerk. Dann ging er zum Tower und verhandelte ohne Wissen der Entführer mit der jemenitischen Regierung. Als er zurückkehrte, wurde er von den Entführern erschossen.

Mogadischu

Die "Landshut" flog weiter in die Hauptstadt von Somalia, Mogadischu. Man teilte den Entführern zum Schein mit, dass ihre Forderungen erfüllt werden würden. So gewann man Zeit, die Stürmung des Flugzeugs durch die GSG 9 (ein Spezialeinsatzkommando, das 1972 gegründet worden war) vorzubereiten. Zwischenzeitlich hatten die Terroristen schon Passagiere mit Alkohol übergossen und Sprengladungen scharf gemacht.

Die Stürmung durch die GSG 9

Innerhalb von wenigen Minuten wurde die "Landshut" an allen sechs Türen gestürmt. Es war kurz nach Mitternacht vom 18. Oktober. Drei der vier Geiselnehmer starben. Alle Geiseln wurden befreit. Die GSG erlangte durch diese Aktion internationale Bekanntheit.

Die Folgen: Ermordung Schleyers und Todesnacht von Stammheim

Am Morgen des 18. Oktober wurden die RAF-Terroristen Baader, Ensslin und Raspe tot in ihren Zellen gefunden. Irmgard Möller hatte sich schwer mit einem Messer verletzt. Untersuchungen ergaben, dass die Häftlinge Selbstmord begangen  hatten bzw. dies versucht hatten.  Die RAF gab am 19. Oktober den Tod von Hanns Martin Schleyer bekannt.


 
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