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1989

1989

Die Prager Botschaft wird besetzt

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Bundesaußenminister Genscher, hier 1990
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Die Deutsche Botschaft in Prag (2010)
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Gedenktafel am Balkon der Prager Botschaft, von wo Genscher den Menschen mitteilte, dass ihre Ausreise genehmigt worden war.

Rettung in die Botschaft

Nachdem Ungarn seine Grenzen geöffnet hatte, wurden schließlich von den DDR-Behörden keine Ungarnreisen mehr genehmigt. Nun suchten viele ausreisewillige DDR-Bürger Zuflucht in den Deutschen Botschaften von Warschau (Polen) und Prag (Tschechoslowakei).
Die Botschaften der Bundesrepublik boten die Hoffnung, in die Bundesrepublik ausreisen zu dürfen, denn die Bundesrepublik erkannte die DDR-Staatsbürgerschaft nicht an und sah alle DDR-Bürger als "Deutsche" an.

Botschaft wegen Überfüllung geschlossen

Am 22. August 1989 wurde die Botschaft der Bundesrepublik in Prag für den Publikumsverkehr geschlossen - wegen Überfüllung. Mehr als 100 DDR-Bürger warteten hier auf ihre Ausreise. Doch immer mehr drängten nach, kletterten über den Zaun auf das Gelände. Schließlich befanden sich mehr als 4000 Menschen in der Botschaft. Bald waren die Verhältnisse in der Botschaft katastrophal, denn das Gebäude war nicht für so viele Menschen gedacht. Sogar Seuchen drohten.

Ausreisegenehmigung

Unter diesen Umständen stimmte Erich Honecker schließlich zu, die DDR-Bürger in den Westen ausreisen zu lassen. Das geschah offiziell aus humanitären Gründen wegen der unhaltbaren Zustände in der Botschaft. Bundesaußenminister Genscher trat am 30. September 1989 auf den Balkon der Botschaft und sprach die berühmten Worte, die im Jubel der Menschen untergingen: "Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise..." Die letzten Worte "genehmigt wurde" waren nicht mehr zu verstehen.

Ausreise über DDR-Gebiet

Am Rande der UN-Vollversammlung hatten die Außenminister der Sowjetunion, der DDR, der Tschechoslowakei, Polens und der Bundesrepublik über die Ausreiseerlaubnis verhandelt. Die Bedingung der DDR war, dass die Züge über das Gebiet der DDR fahren sollten. So geschah es dann einen Tag nach Verkündung der Genehmigung am 1. Oktober. Sonderzüge brachten etwa 4700 Menschen aus der Prager Botschaft und 809 aus der Warschauer Botschaft in die Bundesrepublik. Während der Fahrt durch die DDR versuchten immer wieder, weitere DDR-Bürger auf den Zug aufzuspringen.

Weitere Flüchtlinge

Allerdings stürmten sofort weitere DDR-Bürger auf das Gelände der Botschaft. Sie durchbrachen die Absperrungen der Polizei und kletterten über den Zaun der Botschaft. Am 3. Oktober wurde auch ihnen die Ausreise genehmigt und Sonderzüge transportierten nun rund 7600 Flüchtlinge in die Bundesrepublik. Bahnhöfe und Gleise auf DDR-Gebiet waren zuvor gesperrt worden. Dennoch versuchten DDR-Bürger auf die Züge aufzuspringen. Im Hauptbahnhof von Dresden kam es zu schweren Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften der DDR.


 
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