Indien auf dem Weg zur Unabhängigkeit – wer ist Mahatma Gandhi?

Indien, die Unabhängigkeit und Mahatma Gandhi

Mahatma Gandhi wurde bekannt, weil er die Unabhängigkeitsbewegung von Indien anführte. Sein gewaltfreier Widerstand führte schließlich 1947 dazu, dass Indien die Unabhängigkeit erhielt. Bis dahin war Indien eine britische Kolonie.

Auch in Südafrika, wo Gandhi seit 1893 wohnte, hatte er sich schon gegen die Unterdrückung und Diskriminierung der dort lebenden Inder gewandt. Streik und Boykott gehörten zu seinen Strategien. 1914 erreichten Gandhi und seine Anhänger ihre Ziele weitgehend. So trat Gandhi seine Heimreise an und kam wieder nach Indien.
 

Gandhi in Indien: 1918 bis 1930 – Leben im Ashram

In Indien baute Gandhi ein Ashram auf. Das ist so etwas wie ein Meditationszentrum. Von hier aus lenkte er nun den gewaltlosen Widerstand gegen die britischen Besatzer.

Außerdem lebte er hier nach dem Prinzip "Ahimsa", das nicht nur Gewaltlosigkeit bedeutet, sondern damit auch beinhaltet, keinem Lebewesen weh zu tun oder es zu töten.
 

Proteste gegen den Rowlatt Act und das Massaker von Amritsar (1919)

1919 kam es zu Massendemonstrationen. Ein neues Gesetz, der Rowlatt Act, erlaubte den Briten, jede des Terrorismus verdächtige Person ohne Gerichtsverhandlung zu verhaften. Außerdem hatte Großbritannien über die Köpfe der Inder bestimmt, dass sie für Großbritannien im Ersten Weltkrieg kämpfen sollten – ohne die Inder zu fragen. Indien stellte überhaupt eine Vielzahl an Soldaten für die Briten.

Es gab in der Unabhängigkeitsbewegung einerseits Anhänger von Gandhis gewaltlosem Widerstand (Ziviler Ungehorsam), aber auch andere, die sich weniger friedlich verhielten.

Daraufhin wurde eine völlig gewaltfreie Demonstration am 13. April 1919 von britischen Soldaten beschossen. Im Massaker von Amritsar starben mindestens 379 Männer, Frauen und Kinder (andere Zahlen sprechen sogar von 1000 Toten). Viele weitere wurden verletzt.
 

Der Indische Nationalkongress und die Kampagne der Nicht-Zusammenarbeit

Der Indische Nationalkongress ist eine Partei, darum spricht man auch von der Kongresspartei. Sie war 1885 gegründet worden und trat für die Unabhängigkeit Indiens ein.

1920 übernahm Gandhi die Führung der Partei. Sie wurde nun zur wichtigsten Institution im Unabhängigkeitskampf. Gandhi wählte den Weg der "Kampagne der Nichtkooperation" (Kooperation = Zusammenarbeit), die er im August 1920 ausrief.

Alle Inder sollten die Zusammenarbeit mit den Briten verweigern und nicht mehr für sie arbeiten. Er rief zum Boykott auf. Die Demonstranten sollten notfalls Haftstrafen auf sich nehmen und Prügel ertragen ohne zurückzuschlagen.

Für die Einheit des Landes sollten Hindus und Moslems an einem Strang ziehen und ihre Konflikte miteinander vergessen. 1919 und 1920 wurde Gandhi zum Präsidenten der Kongresspartei.

Der Boykott wirkte, obwohl viele hunderttausende ins Gefängnis kamen. Auch Gandhi musste mehrere Monate hinter Gittern verbringen. Nicht alle Demonstranten verhielten sich friedlich. Darum beendete Gandhi die Kampagne der Nichtkooperation. Gandhi wurde verhaftet und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.
 

Ghandis Salzmarsch

1930 rief Gandhi zu einer erneuten Kampagne des zivilen Ungehorsams auf. Dieser Salzmarsch machte Indiens gewaltfreien Unabhängigkeitskampf weltberühmt. Die Briten kontrollierten in Indien die Gewinnung von Salz und den Salzhandel.

Dagegen wollte Gandhi protestieren. Er zog mit seinen Anhängern von seinem Ashram fast 400 km zum Arabischen Meer. Als er nach 24 Tagen dort ankam, hob er einige Körner Salz auf. Damit protestierte er symbolisch dagegen, dass nur Briten der Salzhandel erlaubt war.
 

Gandhi im Hungerstreik

Am 20. September 1932 trat Gandhi in einen Hungerstreik. Er trat damit für die Kastenlosen ein. Ein britisches Gestz schloss diese "Unberührbaren" nämlich vom Wahlrecht aus.
 

Erste Erfolge auf dem Weg in Indiens Unabhängigkeit

Erste Erfolge auf dem Weg in die Unabhängigkeit von Indien wurden nun sichtbar. Die Kongresspartei wurde anerkannt. 1935 trat das "Gesetz über die Regierung Indiens"  (Government of India Act) in Kraft. Damit wurde die demokratische Selbstregierung Indiens eingeleitet. Bis zur tatsächlichen indischen Unabhängigkeit dauerte es noch bis 1947.

Gandhis Versuch, die Hindus und Moslems in einem Land zu einen, trug keine Früchte. Mit der Unabhängigkeit 1947 wurde das Land geteilt. Im Nordwesten, im Industal, wurde Pakistan als eigener Staat mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung gegründet. Gandhi wurde 1948 bei einem Attentat erschossen.