Hintergrundbild Epoche

Bestrafung der Kriegsverbrecher


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Hermann Göring, Rudolf Heß, Joachim von Ribbentrop, Wilhelm Keitel und (dahinter, v.l.n.r.): Karl Dönitz, Erich Raeder, Baldur von Schirach, Fritz Sauckel.
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Eine Karikatur von den Nürnbergern Prozessen. „Meine Name ist Hase“ bedeutet, man hat nichts mit allem zu gehabt.
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In diesem Gerichtsgebäude in Nürnberg fanden die Prozesse statt.
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Blick in den Verhandlungssaal beim Nürnberger Prozess.

Auch wenn die Meinungen und Ansichten der Siegermächte in vielen Punkten auseinander gingen, in einem Punkt war man sich zumindest zu Beginn einig: Die Verbrecher des NS-Staates mussten auf jeden Fall bestraft werden.

Internationaler Militärgerichtshof in Nürnberg

Zu diesem Zweck wurde  von den Siegermächten in Nürnberg ein internationaler Militärgerichtshof eingerichtet. Dieser sollte gegen die so genannten Hauptkriegsverbrecher vorgehen. In Nürnberg wurde klar, welche schrecklichen Ausmaße die Politik der Nationalsozialisten angenommen hatte. Angeklagt wurden Beteiligte wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, dem Führen eines Angriffskrieges und verschiedener Kriegsverbrechen. Die "Nürnberger Prozesse" bezeichneten den eigentlichen Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher sowie zwölf Prozesse, die in der Folge im Gerichtshof in Nürnberg gegen weitere Mittäter geführt wurden. 

Die Hauptverantwortlichen entzogen sich der Verantwortung

Die Hauptverantwortlichen wie Hitler, Himmler und Goebbels hatten sich schon gegen Kriegsende durch Selbstmord aus der Verantwortung gestohlen. Auf diese Nazigrößen versuchten nun die Verantwortlichen in der "zweiten Reihe" die Schuld zu schieben. Und der Rest der Bevölkerung? Der sah sich zu einem guten Teil verführt, verschaukelt und fühlte sich weitgehend unschuldig. Viele sahen sich selbst als verführt und verraten an. 

Dies war auch eines der Hauptprobleme bei der Aufarbeitung der Vergangenheit des Naziregimes. Kaum jemand stand für seine Schuld ein, alle fühlten sich plötzlich als verführte Mitläufer. Der Prozess der Verdrängung hatte schon sehr früh eingesetzt und sollte weitergehen.

Eine harte Bestrafung der Kriegsverbrecher war gewünscht

Doch wünschte ein großer Teil der deutschen Bevölkerung eine harte Bestrafung der ehemaligen Nazigrößen. So wurde in Nürnberg der Prozess gegen Göring, gegen Heß, gegen von Ribbentrop oder gegen Keitel und einige andere geführt. Am Ende standen zwölf Todesurteile, sieben Freiheitsstrafen, drei lebenslange Freiheitsstrafen und drei Freisprüche.

Doch hatte man damit die Verantwortlichen wirklich zur Rechenschaft gezogen? Konnten einige wenige tatsächlich ein ganzes Volk versklaven und in den schlimmsten Krieg seit Menschengedenken treiben und dazu noch Millionen von Menschen ermorden? Eine Frage, die in der Folge noch sehr viele Historiker und nicht nur diese beschäftigen sollte.

Es sollte eine ganze Generation dauern, bis die Fragen nach der Verantwortung  wieder ernsthaft gestellt wurden. Wirklich beantwortet sind sie bis heute nicht. Trotzdem müssen wir auch heute diese Fragen immer wieder stellen.

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