HVA - Die Hauptverwaltung Aufklärung

HVA der DDR: Hauptverwaltung Aufklärung

Im eigenen Land sorgte das Ministerium für Staatssicherheit für eine flächendeckende Überwachung seiner Bürger. Aber auch für das Ausland gab es eine spezielle Abteilung: die Hauptverwaltung Aufklärung, kurz HVA. Die HVA war also der Auslandsgeheimdienst der DDR. Leiter der HVA war viele Jahre Markus Wolf, nämlich von 1952 bis 1986.
 

Spionage und "aktive Maßnahmen" durch die HVA

Die Hauptaufgabe der HVA war Spionage. Politische, militärische, wirtschaftliche oder technologische Geheimnisse des Westens sollten herausgefunden werden. Dafür wurden Spione in die Bundesrepublik geschickt. Der wohl bekannteste DDR-Spion in der Bundesrepublik war Günter Guillaume.

Zu den Aufgaben der HVA gehörte es aber auch, "aktive Maßnahmen" durchzuführen. Der "Klassenfeind", also vor allem die BRD, sollte schlecht dastehen, z. B. indem gefälschte Presseberichte in Westzeitungen platziert wurden.
 

Die Romeo-Methode der HVA

Es wurden männliche Agenten in den Westen geschickt, mit dem Ziel westdeutsche Frauen zu umgarnen, z. B. Sekretärinnen von Politikern. Auf diese Weise sollten Informationen beschafft werden, die die ahnungslose Sekretärin ihrem Geliebten verriet. Das nannte man die Romeo-Methode.
 

Mordanschläge im Westen

Auch wer in die Bundesrepublik geflohen war oder bei einer Flucht geholfen hatte, war vor der Verfolgung durch die Stasi nicht sicher. So gab es mehrere Mordanschläge in der Bundesrepublik, die von Stasi-Agenten verübt wurden.

1980 war zm Beispiel der Dissident Bernd Moldenhauer Opfer eines Attentats, das die Stasi in Auftrag gegeben hatte. Der Fluchthelfer Wolfgang Welsch überlebte 1981 nur knapp mehrere Anschläge. Bei dem Unfalltod des Fußballspielers Lutz Eigendorf 1983 wird eine Beteiligung der Stasi vermutet.