Hintergrundbild Epoche

Der Berliner Reichstag


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Das Reichstagsgebäude, wie es nach den Plänen des Architekten Paul Wallot 1894 erbaut wurde.
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Hier siehst du die Innenausstattung im großen Sitzungssaal. Holz war das vorherrschende Material bei der Innenausstattung der Räume.

Der Berliner Reichstag: Architektur des Historismus

Der Berliner Reichstag ist ein gutes Beispiel für die Architektur des Historismus. Hier verbinden sich Neo-Renaissance und Neo-Barock. 

Eine Ausschreibung

Im Februar 1882 wurde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben, um den Architekten zu finden, der den Reichstag bauen sollte. Zugelassen wurden übrigens nur deutschsprachige Architekten. Als Sieger dieses Wettbewerbs ging der Architekt Paul Wallot hervor, der das Gebäude nach dem damals vorherrschenden Baustil des Historismus plante.

So kam das Äußere des Gebäudes der italienischen Hochrenaissance nahe. Dies mischte Wallot nun mit Elementen der deutschen Renaissance und packte noch ein bisschen Barock dazu. Doch damit nicht genug. Der Reichstag sollte auch der Moderne Rechnung tragen. Deshalb gestaltete man die Kuppel aus Stahl und Glas. Der Bau wurde wohl auch heftig diskutiert. Ein Teil fand ihn aufgrund der modernen Materialien Stahl und Glas zu modern, ein anderer Teil fand die Renaissance-Elemente nicht schön.

Das "Reichsaffenhaus"

Kaiser Wilhelm II. selbst konnte den Reichstag im Vorfeld gar nicht leiden. Wahrscheinlich gar nicht so sehr wegen seiner Architektur, sondern weil darin das Parlament seinen Sitz finden sollte. Dieses bezeichnete der Kaiser auch schon einmal als "Reichsaffenhaus". Als 1894 allerdings der Schlussstein gelegt wurde und er diese ehrenvolle Aufgabe auch noch selbst übernommen hatte, da äußerte sich Wilhelm II. zumindest in der Öffentlichkeit nur positiv gegenüber dem neuen Reichstagsprojekt.

Auch die Innenausstattung des Reichstags sowie die Möbel entsprachen dem Geschmack der deutschen Renaissance. So wurde Holz zum vorherrschenden Material. Säulen bestanden aus gedrechseltem Holz und Holzrosetten schmückten die Wände. Um die aufwändige Innnendekoration zu gestalten, hatte Paul Wallot Künstler aus verschiedenen deutschen Landesteilen arbeiten lassen.


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