Martin Bormann - die Nummer 2

Martin Bormann – Hitlers Sekretär und „braune Eminenz“

Martin Bormann war einer der mächtigsten Männer im Nationalsozialismus. Er stand selten im Mittelpunkt der Öffentlichkeit, hatte aber großen Einfluss. Als Leiter der Parteikanzlei und später als Privatsekretär Adolf Hitlers kontrollierte er, wer Zugang zu Hitler bekam und welche Informationen Hitler erreichten.

Deshalb nannte man ihn auch die „braune Eminenz“. Damit meinte man einen Mann, der im Hintergrund große Macht ausübte.

Martin Bormanns frühe Jahre

Martin Bormann wurde am 17. Juni 1900 geboren. Schon früh bewegte er sich in nationalistischen und antisemitischen Kreisen. Ab 1920 war er Mitglied in einem Verband, der sich „Verband gegen die Überhebung des Judentums“ nannte.

1924 wurde Bormann zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Er war an der Ermordung des Lehrers Walther Kadow beteiligt. Einer der Haupttäter war Rudolf Höß, der später Kommandant des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz wurde.

Wichtig: Rudolf Höß ist nicht mit Rudolf Heß zu verwechseln. Rudolf Heß war Hitlers Stellvertreter in der NSDAP.

Aufstieg in der NSDAP

1927 trat Martin Bormann der NSDAP bei. Schritt für Schritt arbeitete er sich in der Partei nach oben. Er war kein großer Redner wie Joseph Goebbels und kein bekannter Militär wie Hermann Göring. Seine Stärke lag in Organisation, Verwaltung und Macht im Hintergrund.

1929 heiratete Bormann. Adolf Hitler war einer seiner Trauzeugen. Viele Jahre später war Bormann einer der Zeugen, als Hitler im Führerbunker Eva Braun heiratete.

Steckbrief Martin Bormann

Vollständiger NameMartin Ludwig Bormann
Geboren17. Juni 1900
GeburtsortWegeleben bei Halberstadt
Gestorbenvermutlich 2. Mai 1945
SterbeortBerlin
ParteiNSDAP
Wichtige ÄmterLeiter der Parteikanzlei, Sekretär Adolf Hitlers
Spitzname„braune Eminenz“
Bekannt fürMacht im Hintergrund, Kontrolle des Zugangs zu Hitler
Rolle im NS-StaatEiner der engsten Vertrauten Hitlers
Nach 1945In Nürnberg in Abwesenheit zum Tode verurteilt
Überreste1972 gefunden, 1998 durch DNA-Test bestätigt
 

Martin Bormann als Leiter der Parteikanzlei

1941 flog Rudolf Heß nach Schottland. Danach verlor Heß seine Ämter. Hitler schuf die Parteikanzlei der NSDAP, und Martin Bormann wurde ihr Leiter.

Damit wurde Bormann einer der wichtigsten Männer im NS-Staat. Er entschied oft, wer Hitler sprechen durfte. Er leitete Informationen weiter, blockierte andere und konnte dadurch großen Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen.

Bormann war nicht so bekannt wie Himmler, Göring oder Goebbels. Aber gerade seine Nähe zu Hitler machte ihn besonders mächtig. Er wirkte im Hintergrund, aber sehr wirksam.

Hitlers Privatsekretär

1943 wurde Bormann offiziell „Sekretär des Führers“. Nun war er Hitler noch näher als zuvor. Er begleitete ihn, verwaltete Termine, Informationen und Schreiben. Viele im NS-Führungszirkel misstrauten Bormann, weil er den Zugang zu Hitler kontrollierte.

Beliebt war Bormann kaum. Für andere führende Nationalsozialisten war er ein Konkurrent. Hitler aber vertraute ihm.

Bormann im Führerbunker

In den letzten Kriegstagen blieb Bormann bei Hitler im Führerbunker in Berlin. Am 29. April 1945 war er Trauzeuge, als Hitler Eva Braun heiratete. Kurz darauf nahmen sich Hitler und Eva Braun das Leben.

Bormann versuchte anschließend, aus Berlin zu fliehen. Wahrscheinlich starb er am 2. Mai 1945 bei diesem Fluchtversuch. Lange war sein Tod jedoch nicht sicher. Deshalb entstanden viele Gerüchte, Bormann sei entkommen und lebe vielleicht in Südamerika.

Was geschah mit Martin Bormann?

Bormanns Überreste wurden 1972 in Berlin gefunden und 1973 identifiziert. Trotzdem hielten sich weiter Gerüchte über eine Flucht. Erst 1998 bestätigten DNA-Tests endgültig, dass es sich bei den gefundenen Überresten um Martin Bormann handelte. 

Da sein Tod nach dem Krieg lange nicht bewiesen war, wurde Bormann bei den Nürnberger Prozessen in Abwesenheit angeklagt und zum Tode verurteilt.