Warum bricht die Börse in New York zusammen und was hat das mit Europa zu tun?

Börsenkrach 1929

Der 24. Oktober 1929 war ein schwarzer Tag für die USA. An diesem Tag nämlich kam es zum Börsenkrach. Das heißt, dass die Kurse der Aktien von einem viel zu hohen Kurs steil nach unten abfielen.
 

Was ist eine Aktie?

Eine Aktiengesellschaft ist eine Firma, die Anteilsscheine an ihrem Unternehmen verkaufen, die Aktien. Mit einer Aktie gehört dem Käufer also ein Teil der Firma. Hat er viele Aktien, gehört ihm ein größerer Teil.

Der Wert dieser Aktien, also ihr Kurs, richtet sich auch nach der Nachfrage. Man macht Gewinn, wenn man eine Aktie für weniger Geld kauft als man sie später verkauft. Man hofft also immer auf steigende Kurse. Kaufen viele Menschen eine bestimmte Aktie, steigt der Kurs; verkaufen viele Menschen, sinkt der Kurs.
 

Wie kam es zum Börsenkrach 1929?

Warum kauften so viele Menschen in den USA der 1920er Jahre Aktien? Die Wirtschaft boomte. Autos wurden am Fließband gebaut, Wolkenkratzer schossen in die Höhe, den Menschen ging es gut. Immer mehr und mehr wurde produziert. Um Anteil an der wachsenden Wirtschaft zu haben und selber Gewinn zu machen, kauften viele Leute eben Aktien.

Doch es wurde viel zu viel produziert. So viel wie produziert wurde, wurde nicht verkauft. Die Preise für die Waren sanken, denn die Firmen wollten ihre Waren ja verkaufen. Weil viele Firmen aber auf Pump gegründet worden waren, konnten diese nun die Kredite nicht mehr zurückzahlen. Irgendwann platzte die "Blase".
 

Der 24. Oktober 1929 - Schwarzer Donnerstag

Nachdem die Aktienkurse schon tagelang auf einer Höhe blieben oder leicht sanken, kam es am 24. Oktober plötzlich zu einer Panik. Alle wollten auf einmal ihre Aktien verkaufen – dadurch sanken die Kurse immer schneller und immer weiter. Kaufen wollte niemand mehr. Eben hatte man noch ein Vermögen, plötzlich war es nichts mehr wert!
 

Die Auswirkungen vom Börsenkrach in New York

Die Kurse fielen immer weiter. Bis zum Sommer 1932 hielt dieser Trend an. Den Firmen fehlte nun Kapital – das Geld der Anleger – und sie mussten ihre Produktion verringern. Viele Unternehmen mussten ihre Pleite anmelden. Dadurch stieg die Arbeitslosigkeit.
 

Europa – weit weg und doch so nah

Auch wenn Europa weit weg ist von Amerika: Die Wirtschaft war damals schon so miteinander verflochten, dass der Börsencrash auch Auswirkungen auf Europa hatte. So hatten viele Länder wie England und Frankreich Schulden bei den USA aufgenommen, um ihre Kriegsausgaben decken zu können. Nun zogen die amerikanischen Banken ihr Geld zurück.

So mussten auch Firmen in Europa schließen und die Arbeitslosigkeit stieg. Darum spricht man auch von der Weltwirtschaftskrise in Folge des Börsenkrachs. Die Krise beendete die Goldenen Zwanziger Jahre, in Amerika und in Europa.
 

Deutschland in der Weltwirtschaftskrise

Deutschland war ebenfalls hart getroffen, denn es war noch durch die Folgen des Ersten Weltkriegs belastet und sollte hohe Reparationszahlungen leisten. 1931 wurden diese Zahlungen dann ausgesetzt (Hoover-Moratorium), auf der Konferenz von Lausanne wurde ihre Streichung beschlossen.

Im Juli 1931 brach dennoch das ganze Bankensystem zusammen (Bankenkrise). Hitlers Versprechungen, zum Beispiel die Arbeitslosigkeit zu senken, verhalfen ihm zu vielen Wählern.
 


Blick zurück

Die Wirtschaft in den USA war enorm gewachsen. Der technische Fortschritt brachte Kühlschränke, Radios und neue Autos auf den Markt. Man kaufte - notfalls eben auf Pump! Das heißt, man nahm Kredite bei der Bank auf und lieh sich das Geld von der Bank. Dafür muss man der Bank dann Zinsen zahlen.

Viele Menschen wurden auch dazu ermuntert, sich an Unternehmen zu beteiligen, indem sie deren Aktien kaufen sollten. Damit konnte man so richtig reich werden, versprach man ihnen. Auch wer es sich eigentlich nicht leisten konnte, griff nun zu – indem die Aktien durch Kredite finanziert wurden. Mit dem Gewinn aus den Aktien sollten dann die Kredite zurückgezahlt werden.