Hintergrundbild Epoche

Weltwirtschaftskrise


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Schulspeisung in Berlin: Kinder, deren Eltern arbeitslos sind, erhalten ein kostenloses Mittagessen in der Schule. Dezember 1931.
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Arbeitsloser "fleißiger junger Mann" auf Arbeitssuche

Die Weltwirtschaftskrise, die durch den rapiden Fall der Aktienkurse an der amerikanischen Börse ausgelöst wurde, traf Deutschland hart. Die amerikanischen Banken zogen ihre Kredite zurück, was viele deutsche Unternehmer in die Pleite trieb. Zum Niedergang der Weimarer Republik trug somit auch die Weltwirtschaftskrise bei.

Es geht bergab

Schon seit 1927 ging es mit der deutschen Wirtschaft bergab. Die öffentliche Verschuldung wurde immer größer, nachdem man rege gebaut hatte: Schulen, Schwimmbäder und vor allem Wohnungen. Nun setzte 1929 ein massiver Verfall ein. Die Arbeitslosenzahlen stiegen immer weiter an, die Armut mit ihr. Bis 1933 wuchs die Arbeitslosenquote auf mehr als 30 Prozent, man spricht von Massenarbeitslosigkeit. Immer weniger Menschen konnten sich etwas leisten, die Konjunktur brach ein.

Viele Anleger waren verschuldet, Firmen waren pleite. Die Wirtschaft in Deutschland brach zusammen, denn die amerikanischen Banken, die Deutschland Kredite gegeben hatten, forderten ihr Geld zurück. Das Deutsche Reich war zudem noch durch die Reparationszahlungen stark belastet.

Die Regierung unter Heinrich Brüning fuhr einen harten Sparkurs. Zum Beispiel wurden die Arbeitslosenhilfe und die Sozialhilfe drastisch gekürzt. Öffentliche Gelder wurden um 25 Prozent gekürzt.  Daraufhin fielen die Preise für Waren und Dienstleistungen stark ab. Man nennt das auch Deflation. Brünings Regierung hoffte, dass sich der Markt von Angebot und Nachfrage so von selber regulieren würde.

Doch sinkende Preise und sinkende Einkommen führten aber dazu, dass immer weniger gekauft wurde. Dadurch wiederum kam die Wirtschaft in noch größere Schwierigkeiten. Die Preise sanken noch weiter. Die Weltwirtschaftskrise dauerte bis 1933. Die Goldenen Zwanziger waren mit ihr vorbei.

Halt am Rand

Menschen in der Krise suchen Halt. In der Weimarer Republik fanden sie den in den radikalen Parteien am linken und rechten Rand. Das zeigt sich im Anstieg der Stimmen für die KPD wie auch für die NSDAP. Angesichts der Lage zweifelte man auch generell am demokratischen System. Das Parlament fand ja offensichtlich keine Lösung für die Probleme. Die Gegner der Republik sahen ihre Chance: die einen für den Kommunismus, die anderen für einen nationalistischen Staat. Hinzu kam der Konflikt zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten.


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