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Warum wird die Republik die "Weimarer" genannt?


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Die Gedenktafel am Deutschen Nationaltheater in Weimar erinnert daran, dass hier die Nationalversammlung tagte, um die Reichsverfassung zu verabschieden.
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Das Weimarer Nationaltheater 1923

Die Nationalversammlung, die die Verfassung der neuen Republik ausarbeitete, tagte nicht in der Hauptstadt Berlin, weil es dort noch Unruhen gab. Der Januaraufstand war noch nicht lange her und immer noch brodelte es in den Straßen Berlins. Darum suchte man einen anderen Ort. Es kamen zunächst mehrere in Frage, zum Beispiel auch Bayreuth, Jena und Nürnberg.

Weimar wird's!

Die Wahl fiel schließlich auf Weimar. Weimar liegt in Thüringen. Vielleicht fiel die Wahl auch deshalb auf diesen Ort, weil man glaubte, Weimar im Falle eines Angriffs besser verteidigen zu können. Und vielleicht auch, weil man damit an die Ideale von Menschlichkeit (Humanität) aus der Weimarer Klassik um Goethe und Schiller erinnern und mahnen wollte. Der "Geist von Weimar" schien zur jungen Republik zu passen. Man tagte vom 6. Februar bis 11. August 1919 im Nationaltheater von Weimar. Erst dann zog man um nach Berlin.

Das Nationaltheater hieß bis 1918 übrigens Weimarer Hoftheater. Als aber der Kaiser abdankte und die Republik ausgerufen wurde, verlangten die Zuschauer die Umbenennung. So wurde das Hoftheater zunächst zum Landestheater und 1919 schließlich zum „Deutschen Nationaltheater“.

Von der Deutschen Republik zur Weimarer

Die Zeitgenossen nannten die neue Republik zunächst gar nicht die "Weimarer", sondern die "Deutsche Republik". Die Sozialdemokraten befürworteten diesen Namen auch als Staatsnamen, doch die Mehrheit setzte sich durch und es blieb bei dem alten Namen "Deutsches Reich". Der 1. Artikel der Weimarer Verfassung besagte: Das Deutsche Reich ist eine Republik. Die Bezeichnung "Weimarer Republik" setzte sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch.

In dem geschichtsträchtigen Ort des Deutschen Nationaltheaters kannst du auch heute noch Theateraufführungen sehen.


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