Hintergrundbild Epoche

Ein Kanal für den Kaiser


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Bau des Nord-Ostsee-Kanals, Abbildung aus der Zeitschrift „Die Gartenlaube“.
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Zahlreiche Brücken überspannten den Kanal.
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Verlauf des Kanals auf einer alten Zeichnung aus der Zeitschrift „Die Gartenlaube“.
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Der Nord-Ostseekanal kann auch von großen Passagierschiffen heute befahren werden.

Am 21. Juni 1895 wurde der Nord-Ostsee-Kanal eröffnet, der unter der Bezeichnung Kaiser-Wilhelm-Kanal große Bekanntheit erlangte.

Bis 1948 hieß der heutige Nord-Ostsee-Kanal Kaiser-Wilhelm-Kanal, benannt nach dem damaligen Kaiser Wilhelm I. Dieser Kanal verband und verbindet die Nordsee mit der Ostsee. Dieser Kanal ist die am meisten befahrene künstlich angelegte Wasserstraße auf der ganzen Welt, gemessen an der Anzahl der Schiffe, die Tag für Tag über den Kanal schippern.

Vorläufer Eiderkanal

Schon Ende des 18. Jahrhunderts gab es eine Verbindung zwischen der Nord- und der Ostsee. Errichtet wurde diese Wasserstraße vom dänischen König Christian VII. Es handelte sich um einen Kanal, der seit Mitte des 19. Jahrhunderts als Eiderkanal bekannt war. Dieser Kanal begann in Kiel und mündete bei Rendsburg in die Eider, die bei Tönning in die Nordsee fließt und war der Vorläufer für den späteren Nord-Ostsee-Kanal.

Schon 1886 stimmte der Reichstag dem Gesetz zum Bau eines Kanals zwischen Nord- und Ostsee zu. Ein Jahr darauf  wurde schon der Grundstein gelegt. Damals war noch Wilhelm I. - der Großvater von Wilhelm II. - Kaiser und wohnte den Feierlichkeiten bei. Acht Jahre sollte es dauern, bis das erste Schiff den Kanal durchschiffen konnte. Über 8000 Arbeiter schufteten Tag für Tag für dieses gigantische Projekt und hoben mehr als 80 Millionen Kubikmeter Erde aus. Am Ende umfasste der Kanal fast 100 Kilometer Länge, 67 Meter Breite und neun Meter Tiefe. 1895 wurde der Wasserweg dann durch Kaiser Wilhelm II. offiziell eröffnet. Seinen Namen hat der Kanal übrigens nicht vom zweiten, sondern noch vom ersten Wilhelm, also dem Großvater und älteren Kaiser Wilhelm I.

Teures Projekt

Im Sommer 1895 begann der regelmäßige Schiffsbetrieb auf dem Kanal. Dieser künstliche Wasserweg hatte eine ganze Menge gekostet. Kaiser Wilhelm II. ließ extra eine Steuer einführen, um zur Finanzierung weitere Goldmark aus der Staatskasse zu ziehen. So wurde auf den Schaumwein, das ist eine Art Sekt, eine Steuer erhoben, die zur Finanzierung dieses gigantischen Projektes beitragen sollte.

Ausbau des Kanals

Ab der Jahrhundertwende begann man im Deutschen Reich die Flotte in Konkurrenz zur britischen Flotte weiter aufzurüsten [mehr dazu: Flottenpolitik]. Neue Schiffe wurden gebaut und die waren meist ziemlich groß und passten nicht durch den Kanal. So musste dieser schon recht bald erweitert werden, damit die großen Kampfschiffe der Marine auch von der Nord- zur Ostsee und umgekehrt gelangen konnten. Der Ausbau war übrigens noch einmal um einiges teurer als der Bau um 1895. Allerdings erreichte der Kanal noch eine Breite von 102 Meter und eine Tiefe von immerhin elf Metern.


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