Im roten Hinterhaus
Peter Berger

Im roten Hinterhaus

Stell dir vor, du hast sieben Geschwister. Mit ihnen, deinen Eltern, deinem Schwager und deinem Neffen lebst du in einer 4-Zimmer-Wohnung. 12 Personen! Das Bett musst du mit deinem Bruder teilen. So ergeht es dem 11-jährigen Manni "Im roten Hinterhaus". Die Weltwirtschaftskrise und mit ihr Arbeitslosigkeit und Armut bekommen sein Familie hautnah zu spüren. Unübersehbar ist auch der Aufstieg Hitlers an die Macht. Und während Mannis Bruder Erich den Nazis beitritt, liebäugelt der Vater mit den Kommunisten. Da sind Konflikte vorprogrammiert.

Die Not der Zeit wird nicht nur daran deutlich, dass Salzkartoffeln mit saurer Gurke das am häufigsten servierte Gericht ist, sondern auch daran, welche Jobs die Familienmitglieder gezwungen sind anzunehmen. In der Not fängt der Vater sogar Ratten für ein Chemielabor. Zeitweise ist Manni der Alleinverdiener, indem er Zeitungen austrägt. Der Vater versucht sich immer wieder in anderen Jobs, er entlädt Schwefelkies von den Rheinschiffen, züchtet Hunde und sogar Hühner und nimmt schließlich eine Tätigkeit als Hausmeister an.

Manfreds Weg durch diese Zeit wird fast dokumentarisch beschrieben. Der Leser lernt eine Reihe von verschiedenen Personen kennen und kann sich in die Zeit hinein fühlen. Vor allem die Unterschiedlichkeit der Geschwister wird lebendig geschildert. Deutlich wird auch, wie "normal" es in den 1930er Jahren war, Hitler zu glauben und zu folgen. Obwohl sowohl Manni als auch später Erich Ereignisse um sie herum kritisch betrachten, werden sie nicht zu Gegnern des Nationalsozialismus.

Peter Berger: Im roten Hinterhaus
Arena Verlag
Jugendroman - empfohlen ab  13 Jahre – spielt 1929-1939
 

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